Wenn der Bauch dicker wird: Diät und Sport in der Schwangerschaft?

Viele Frauen nehmen während der Schwangerschaft mehr Gewicht zu als empfohlen wird – das ist weder für Mutter noch Kind gesund.  Komplikationen wie beispielsweise Schwangerschaftsdiabetes, Bluthochdruck und Kaiserschnitt können die Folge sein. Doch wie können Frauen in der Schwangerschaft ihr Gewicht unter Kontrolle halten? Helfen Diäten oder Sport? Oder am besten beides? Ein Cochrane Review ist der Frage nachgegangen.

Gewicht im Griff

49 randomisiert-kontrollierte Studien mit Daten von 11.444 Frauen liefern klare Hinweise, dass mit Diät, Training oder einer Kombination von beidem, eine übermäßige Gewichtszunahme während der Schwangerschaft vorgebeugt werden kann. Mit gezielten Maßnahmen kann der Anteil Frauen, die in der Schwangerschaft übermäßig zunehmen, um ein Fünftel gesenkt werden.

Nicht ganz so klar ist allerdings, wie stark die Folgen der zu hohen Gewichtszunahme gebremst werden. Wahrscheinlich kann mit diesen Massnahmen die Zahl der Kaiserschnittgeburten und der mütterliche Bluthochdruck reduziert werden. Bei sehr übergewichtigen Frauen sinkt auch das Risiko von Atembeschwerden für das Neugeborene. Ob dabei Diät oder Sport ausschlaggebend sind, kann aufgrund der bisherigen Studien nicht gesagt werden. Training von mittlerer Intensität scheint eine Rolle zu spielen, für die Entwicklung von Leitlinien braucht es aber noch mehr Forschung.

Details auf Cochrane kompakt

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3 Antworten
  1. Dominik Larcher says:

    Danke für den aufschlussreichen Artikel!

    Ich bin mir sicher um die Diät von Sport unterscheiden zu können braucht es nicht mehr lange, aber das sehen wir ja wie sich die Forschung entwickelt.

    Beste Grüße euer fleissiger Leser,
    Dominik

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  2. Joerg Wipplinger says:

    Vielen Dank für Ihren Kommentar. Im zitierten Cochrane Review haben die Diäten nicht den Zweck Fett abzubauen, sondern lediglich übermäßige Gewichtszunahme in der Schwangerschaft zu reduzieren. Weder freiwerdende Gifte noch starkes Hungern sollten dabei auftreten; Diät meint einfach nur eine bewusst reduzierte Kalorienaufnahme, kein Versuch abzunehmen, sondern nur, nicht zu sehr zuzunehmen.
    Ob „hungern zu einer fetalen programmierung in richtung adipositas und diabetes führen“ kann, müssten wir uns gezielt anschauen.

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  3. m.a. says:

    liebes redaktionsteam,

    zur zeit ist es unter gynäkologen und hebammen praxis vor einer diät während schwangerschaft und stillzeit abzuraten.

    auf der einen seite würden durch den abbau von körperfett gebundene gifte (wie schwermetalle, pestizide, etc.) frei. auf der anderen seite würde hungern zu einer fetalen programmierung in richtung adipositas und diabetes führen (studie zum hungerwinter). ich bin leider gerade auf urlaub und kann dazu keine literatur vorlegen.

    ich persoenlich war mir hinsichtlich der empfehlung nie besonders sicher und gebe sie ungern ab.

    wie bewerten sie die argumente aus sicht der aktuellen evidenzbasierten wissenschaft?

    mit freundlichen grüßen
    m.a.

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