Therapie nach Noten

Die Diagnose „Krebs“ bringt bei Betroffenen körperliche, aber auch psychische Auswirkungen mit sich, wie etwa Ängste, die mit der Krankheit verbunden sind. Angst vor Schmerz, vor körperlicher sozialer Einschränkung, vor dem Leben, wie es künftig sein mag. Die Musiktherapie und -medizin sind ergänzende Behandlungsmethoden, um diese Ängste zu verringern. Wirken sie auch? Das hat ein aktueller Cochrane-Review untersucht.

Mit der Diagnose „Krebs“ konfrontiert zu sein, stellt für Betroffene eine Zäsur in ihrem Leben dar und und ist mit vielen psychischen Belastungen verbunden. Die Angst vor Schmerzen, vor Behandlung, Nachsorge und aller Ungewissheit schränkt die Lebensqualität Betroffener stark ein. Musiktherapie, eine eigenständige ergänzende Behandlungsmethode, zielt darauf ab, die Lebensqualität von Krebspatienten zu verbessern, Ängste zu nehmen oder Schmerzen zu lindern. In einem aktuellen Cochrane-Review wurde untersucht, welche Auswirkungen Musiktherapie auf unterschiedliche Beschwerdebilder hat und ob diese Art der ergänzenden Therapie Einfluss auf die Lebensqualität von Krebspatienten hat.

Unterschiedliche Therapien

Musiktherapie und  -medizin werden gegenwärtig angewendet, um Schmerzen zu lindern. In neun der Studien wurde mit den Teilnehmern musiziert, in vier Studien wurde imaginative Therapie mit Musik durchgeführt, zwei Studien fokussierten auf musikgeleitete Entspannung. In sechs Studien wurde von Patienten ausgewählte Musik durch den Therapeuten dargeboten und zwei Studien konzentrierten sich auf Musikvideos. Die Autoren ordneten 29 Arbeiten der Kategorie Musikmedizin-Studien zu, worin die Intervention mithilfe von aufgenommener Musik durchgeführt wurde.

Einfluss auf die Psyche?

Basierend auf einem Cochrane-Review aus dem Jahr 2011 wurden nun insgesamt 52 Studien mit mehr als 3.700 Teilnehmern einbezogen. Anhand dieser Studien wollten die Autoren zeigen, welchen Einfluss Musikmedizin und -therapie auf Ängste, Schmerzen, Müdigkeit, Herzschlag, Atmung und Blutdruck bei Krebspatienten haben. Im Hinblick auf Depressionen hat sich die Qualität der Evidenz aufgrund nur weniger Studien als sehr niedrig erwiesen, dies lässt keinen Schluss zu, ob sich durch Musiktherapie oder -medizin Stimmung, Stressbelastung oder physische Aktivität verbessern lässt. Zu wenige Studien gab es auch im Bereich der immunologischen Auswirkungen, Bewältigung oder Widerstandsfähigkeit, um Rückschlüsse zu ziehen.

Wie heilsam ist Musik?

Aufgrund der Datenlage zeigt sich, dass musikalische Interventionen möglicherweise positive Auswirkungen auf Angst, Schmerz, Müdigkeit und Lebensqualität von Krebspatienten haben könnten. Auch auf Herzschlagrate, Blutdruck und Atemfrequenz könnte sich die Intervention möglicherweise positiv auswirken. Eine Empfehlung, so die Autoren, könne es jedoch gegenwärtig nur für Krebspatienten geben, die an Ängsten und Schmerzen leiden und deren Lebensqualität stark eingeschränkt ist. Um weitere Effekte ableiten zu können, bedürfe es weiterer Forschung.

 

Hier geht’s zum Cochrane-Review

http://www.cochrane.org/CD006911/GYNAECA_can-music-interventions-benefit-cancer-patients

 

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