Übermedikation bei älteren Menschen

Viele ältere Menschen nehmen täglich bis zu neun Medikamente ein. Diese können jedoch nicht nur zur Heilung beitragen, Schmerzen lindern oder die Lebensqualität der Betroffenen verbessern, sondern auch zu unerwünschten Wirkungen führen. In der Schweiz soll ein neues Programm der Stiftung Patientensicherheit Schweiz Abhilfe schaffen. Auch die wissenschaftlichen Ergebnisse eines aktualisierten Cochrane Review sollen in das Programm einfließen.

Je älter Menschen werden, umso mehr Medikamente nehmen sie ein – oftmals bis zu neun verschiedene pro Tag. Einige davon sind nicht wirklich notwendig und es kommt zur sogenannten Übermedikation. Dieses Problem wird mittlerweile international mit verschiedenen Massnahmen angegangen. So auch in der Schweiz: Im Rahmen des Programms „progress! Sichere Medikation in Pflegeheimen“ der Stiftung Patientensicherheit Schweiz sollen in ausgewählten Alters- und Pflegeheimen in den kommenden zwei Jahren verschiedene Abläufe optimiert werden, beispielsweise rund um die Medikationsverordnung und Therapieüberwachung. Dabei soll die Zusammenarbeit zwischen Ärzten*, Pflegenden und Apothekern gestärkt werden. Dafür sollen Hilfsmittel, wie beispielsweise eine Liste mit Medikamenten, welche möglicherweise mehr schaden als nutzen, eingesetzt und die Fachpersonen geschult werden. Bewährte Maßnahmen sollen dann in konkrete Handlungsempfehlungen einfließen. Weiterlesen

Weniger ist manchmal mehr – Choosing wisely

Nichts zu tun, kann die beste medizinische Entscheidung sein. Aber woher sollen wir wissen, was zu viel ist? Die Initiative „Choosing Wisely“ („weise entscheiden“) gibt Tipps und zeigt welche medizinischen Verfahren oft unnötig eingesetzt werden.

Es gibt mindestens drei gute Fragen, die jeder seiner Ärztin oder seinem Arzt vor einer Behandlung fragen sollte: Kann die Behandlung schädlich sein? Gibt es Evidenz, dass die Behandlung wirkt? Ist die Behandlung nötig? Weiterlesen