2.1 Behandlungen müssen fair verglichen werden

Dies ist der 13. Beitrag einer Blogserie zu einer Zusammenstellung von „Schlüsselkonzepten zur besseren Bewertung von Aussagen zu Behandlungen“, die im Rahmen des Informed Health Choices (ICH) Projektes erarbeitet wurde. Jeder der insgesamt 36 Blogbeiträge befasst sich mit einem der Schlüsselkonzepte, die als wichtig dafür erachtet werden, Aussagen zu Wirkungen von Behandlungen besser verstehen und einordnen zu können.

Vergleiche sind wichtig. Ohne Vergleich kann man nicht beurteilen, inwiefern eine Behandlung die „beste“ für eine entsprechende Anwendung ist. Wenn eine Behandlung eingeführt wird, ohne dass sie mit etwas verglichen wird – sei es mit der aktuellen bestmöglichen Behandlung für diese Krankheit oder – wenn nicht klar ist welche dies ist – mit einem Placebo – läuft man Gefahr, eine Behandlung zu empfehlen, die im besten Fall keine Wirkung hat, und im schlimmsten Fall mehr schadet als nützt.

Ohne Vergleiche ist es unmöglich zu wissen, ob die beobachtete Wirkung auf einer Behandlung oder auf einem äußeren Faktor beruht. Im Grunde genommen kann man Endpunkte (Ergebnisse) ohne einen Vergleich keiner Behandlung zuschreiben (1, 2). Weiterlesen

1.10 Hoffnung kann zu unrealistischen Erwartungen führen

Dies ist der Zehnte einer Reihe von über 30 Blog-Artikeln, der sich auf die Schlüsselkonzepte zur besseren Bewertung von Aussagen zu Behandlungen bezieht, die vom IHC-Projekt (Informed Health Choices) entwickelt wurden. Jeder Blog-Artikel erklärt eines dieser Schlüsselkonzepte, um Aussagen zu Wirkungen von Behandlungen besser verstehen und einordnen zu können.

Wenn es um unsere Gesundheit geht, kann Hoffnung etwas Gutes sein… doch…

Die Hoffnung, der Glaube und die positiven Erwartungen, die mit einer Behandlung verknüpft sind, können eine wesentliche Rolle beim Placebo-Effekt spielen, den Ben Goldacre (NHS Choices, 2010) so beschreibt: Weiterlesen

1.9 Früher ist nicht unbedingt besser

Dies ist der Neunte einer Reihe von über 30 Blog-Artikeln, der sich auf die Schlüsselkonzepte zur besseren Bewertung von Aussagen zu Behandlungen bezieht, die vom IHC-Projekt (Informed Health Choices) entwickelt wurden. Jeder Blog-Artikel erklärt eines dieser Schlüsselkonzepte, um Aussagen zu Wirkungen von Behandlungen besser verstehen und einordnen zu können.

Rein intuitiv könnte man denken, dass, je früher man ein gesundheitliches Problem erkennt, desto besser ist es. Zu diesem Zweck wurden Screening-Programme eingeführt – um gesundheitliche Probleme zu entdecken, die sich bislang nicht in Symptomen manifestiert haben. Manchmal ist ein Screening nützlich, zum Beispiel zur Erkennung und zur Behandlung eines symptomlosen erhöhten Blutdrucks, um einer Herz-Kreislauf-Erkrankung vorzubeugen. Manchmal schadet jedoch ein Screening mehr als dass es dient.

Betrachten wir einmal einige Beispiele:

Wann Screening nützlich ist

Weiterlesen

1.8 Mehr ist nicht notwendigerweise besser

Dies ist der Achte einer Reihe von über 30 Blog-Artikeln, der sich auf die Schlüsselkonzepte zur besseren Bewertung von Aussagen zu Behandlungen bezieht, die vom IHC-Projekt (Informed Health Choices) entwickelt wurden. Jeder Blog-Artikel erklärt eines dieser Schlüsselkonzepte, um Aussagen zu Wirkungen von Behandlungen besser verstehen und einordnen zu können.

Es erscheint logisch zu denken, dass wenn eine Behandlung wirksam ist, ein Mehr dieser Behandlung eine noch bessere Wirkung hat. Wenn es jedoch um Behandlungen geht, kann es tatsächlich ein „zu viel des Guten“ geben. Denn das richtige Maß für eine Behandlung zu finden, ist wie die richtige Wassertemperatur in der Dusche einzustellen…

Zu wenig Behandlung – und das Gesundheitsproblem wird nicht behoben; – man fühlt sich genauso unwohl wie unter einer kalten Dusche. Durch zu viel Behandlung kann man hingegen einen Schaden erleiden – so wie man sich unter einer zu heißen Dusche verbrühen kann. Genau die richtige Menge an Behandlung und das Problem kann verschwinden – es geht einem besser. Genau wie unter einer Dusche mit der richtigen Wassertemperatur. Weiterlesen

1.7 Achten Sie auf bestehende Interessenkonflikte

Dies ist der siebte einer Reihe von über 30 Blog-Artikeln, der sich auf die Schlüsselkonzepte zur besseren Bewertung von Aussagen zu Behandlungen bezieht, die vom IHC-Projekt (Informed Health Choices) entwickelt wurden. Jeder Blog-Artikel erklärt eines dieser Schlüsselkonzepte, um Aussagen zu Wirkungen von Behandlungen besser verstehen und einordnen zu können.

Interessenkonflikte sind im Gesundheitswesen ein ziemlich heißes Eisen. Man geht mit diesem Problem häufig zu leicht, zu ignorant oder einfach zu unbekümmert um. Was sind eigentlich Interessenkonflikte und weshalb stellen sie ein Problem dar?
Wo genau liegt hier die Gefahr?

Interessenkonflikte sind „Umstände, die ein Risiko dafür darstellen, dass ein fachliches Urteil oder entsprechende Handlungen oder Maßnahmen bezüglich eines primären Interesses, durch ein sekundäres Interesse unangemessen beeinflusst werden.“ Unser primäres Interesse – als zukünftig im Gesundheitswesen Tätige – muss es sein, die besten Entscheidungen bezüglich von Behandlungen zu treffen. Dies erfordert von uns: 1) die beste verfügbare wissenschaftliche Evidenz; 2) die Wünsche unserer Patienten; 3) unser klinisches Urteil zu berücksichtigen. Ein „Desinteresse“ (d.h. kein Einfluss durch Überlegungen, die einem persönlichen Vorteil dienen) ist das Kennzeichen guter Forschung und Praxis. Weiterlesen