Neue Hüfte – was nun?

Um nach einer Implantation eines „künstlichen Hüftgelenks“ möglichst rasch wieder beweglich zu werden und Komplikationen zu verhindern, stehen Betroffenen eine Reihe von Hilfsmitteln zur Verfügung. Erhöhte Toilettensitze oder Haltegriffe, aber auch Anleitungen zu hüftschonenden Bewegungen sind nur einige davon. Ein Cochrane-Review stellt die Frage: lohnen sich derartige Maßnahmen tatsächlich?

Mit zunehmendem Alter steigt bei vielen Menschen die Wahrscheinlichkeit, eine schmerzhafte Abnützung des Hüftgelenks (Hüftgelenksarthrose) zu erleiden. Um sich im Alltag weiterhin schmerzfrei bewegen zu können, erhalten Betroffene oft einen Hüftgelenksersatz. Mediziner bezeichnen diese „künstliche Hüfte“ als Totalendoprothese, kurz TEP. Mittlerweile ist diese Operation eine der häufigsten Eingriffe, um Arthroseschmerzen in den Griff zu bekommen und eine Behinderung zu vermeiden.

Vorsicht vor falschen Bewegungen

Eine Voraussetzung für Patienten mit Hüftgelenksersatz ist es, Bewegungen zu vermeiden, die zu einem „Auskegeln“ der Hüfte führen könnten. Dabei helfen physiotherapeutische Übungen, wie beispielsweise die Anleitung angewinkelte oder gedrehte Positionen zu vermeiden. Vielfach werden nach dem Eingriff auch Hilfsmittel empfohlen, wie z.B. erhöhte Toilettensitze. Ein Cochrane-Review hat hinterfragt, ob derartige Maßnahmen das Risiko einer Luxation (das „Auskegeln“ der Hüfte) verringern können und zu einer rascheren Genesung beitragen.

Was nützen Hilfsmittel?

Die Autoren haben 3 Studien mit 492 Patienten einbezogen. In 2 Studien lag der Fokus auf Hilfsmitteln (erhöhte Toilettensitze und Haltegriffe), sowie auf der Beschränkung von bestimmten Bewegungen, in einer der Studien erhielten die Teilnehmer außerdem Physiotherapie. In der dritten Studie wurde den Betroffenen vermittelt, wie sie Alltagsaktivitäten ausführen sollten, um ein Auskegeln des Hüftgelenks zu vermeiden.

Ziel erreicht?

Ob diese Maßnahmen sich vorteilhaft auf die Lebensqualität oder die Beweglichkeit auswirken, kann leider nicht gesagt werden, da die Studien sehr klein und von mangelhafter Qualität waren.  Ob sie Einfluss auf Schmerzen haben, wurde nicht erhoben. Aus diesem Grund, so die Autoren, ist unklar, ob Hilfsmittel oder Bewegungsanleitungen tatsächlich zu den gewünschten Zielen führen.

Hier geht’s zur deutschen Übersetzung des Cochrane-Reviews:

http://www.cochrane.org/de/CD010815/alltagsbezogene-therapie-ergotherapie-nach-huftgelenkersatz

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