Aus Mangel an Beweisen – was tun mit widersprüchlicher Evidenz?

Widersprüchliche Evidenz begegnet uns in den meisten Forschungsgebieten. Hypothesen werden aufgestellt und wieder verworfen oder durch neue Hypothesen ersetzt. Leider betreffen unterschiedliche oder gegensätzliche Schlussfolgerungen nicht nur Forscher in ihrem Elfenbeinturm, sondern können, im wahrsten Sinne des Wortes, schwerwiegende Konsequenzen für alle haben.

Theorie trifft Praxis

Fast täglich werden Bürger, Patienten, Ernährungsberater, Ärzte und politische Entscheidungsträger mit neuen Studienergebnissen konfrontiert, die für die eine oder andere Richtung sprechen. Heute so, morgen so. Die daraus entstehende Verwirrung kann leicht in Resignation umschlagen. Man weiß nicht mehr, was man glauben soll, oder was richtig ist. Ein Beispiel: Bezüglich der Zuckeraufnahme durch Softdrinks, gibt es (mindestens) zwei Aussagen. Hier die vereinfachte Version: Softdrinks machen dick (Am J Clin Nutr. 2014 Jul;100(1):65-79) und Softdrinks machen nicht dick (BMJ 2013;346:e7492). Weiterlesen

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Was ist schon absurd?

Manche Therapien widersprechen allem was wir in der wissenschaftlichen Medizin wissen. Brauchen wir trotzdem Studien, um deren Wirksamkeit beurteilen zu können?

Wenn es keine Studien zu einer Frage gibt, lässt sich die Frage nicht evidenzbasiert beantworten. Das beste verfügbare Wissen ist dann: Unklarheit. Jedenfalls haben wir das bisher bei medizin-transparent.at so gehandhabt – der Informationsplattform, auf der wir Leseranfragen zu Gesundheitsthemen beantworten. Das führt gelegentlich zu seltsamen Ergebnissen: Eigenurintherapie – Wirksamkeit unklar. Schüßler Salze – Wirksamkeit unklar. Petroleum gegen Krebs – Wirksamkeit unklar. Weiterlesen