„Oh HimL“ – wie schön wären Gesundheitsinformationen in meiner Sprache

Zu Cochranes  Kernaufgaben gehört es, den Zugang zu verlässlichen Gesundheitsinformationen zu erweitern, um informierte Entscheidungen zu ermöglichen und somit zur Verbesserung der Weltgesundheit beizutragen.  Health in my Language (HimL), ein EU gefördertes Projekt, versucht, Sprachbarrieren zu überwinden, damit  Menschen auch leichter verstehen können, was der aktuelle Stand der Forschung ist.

Die meisten wissenschaftlichen Ergebnisse werden auf Englisch publiziert. Das gilt auch für die Bereiche Medizin und Gesundheit.  Auch Cochrane publiziert systematische Reviews ausschließlich auf Englisch. Obwohl Englisch in Europa als Fremdsprache an erster Stelle steht, können sich laut der Eurobarometer-Umfrage nur 32 % aller EU BürgerInnen auf Englisch leicht unterhalten. Dieser Schnitt liegt  in deutschsprachigen EU-Ländern deutlich höher (Deutschland 56 %; Österreich 73 %). Dennoch kann man nicht davon ausgehen, dass auch wissenschaftliche Texte auf Englisch von der Mehrheit verstanden werden. Und was ist mit jenen, die Englisch nicht so gut sprechen und verstehen? Sie sind vom Lesen wissenschaftlicher Texte größtenteils ausgeschlossen. Weiterlesen

Macht späterer Unterrichtsbeginn Jugendliche klüger?

Das neue Schuljahr beginnt vielerorts und für Jugendliche und Eltern heisst es wieder früh aufstehen. Ob sich Frühaufstehen mit dem natürlichen Biorhythmus von Jugendlichen verträgt, wird derzeit vermehrt diskutiert. Cochrane Autoren wollten wissen, ob ein späterer Unterrichtsbeginn positive Auswirkungen auf Gesundheit, schulische Leistungen und Wohlbefinden der Jugendlichen hat.

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Sprechstunde in der Apotheke: ein Versorgungsmodell mit Zukunft?

Der Andrang in den Notfallaufnahmen in Krankenhäusern wird stetig grösser. Mittlerweile ist jedoch jeder zweite Fall, für den eine Notfallaufnahme aufgesucht wird, aus medizinischer Sicht eine Bagatelle. Hierdurch stoßen die Krankenhäuser nicht nur an ihre Kapazitätsgrenzen, sondern dadurch steigen auch die Gesundheitskosten. Um diesem Trend entgegenzuwirken, werden derzeit innovative Modelle ausprobiert, bei denen die Apotheken stärker in die Grundversorgung eingebunden sind.

Viele Gründe führen dazu, dass Patient*innen direkt eine Notfallaufnahme im Krankenhaus statt einer Hausarztpraxis aufsuchen: so sind beispielsweise die Notfallaufnahmen der Krankenhäuser rund um die Uhr geöffnet. Als Patient*in werde ich ohne Voranmeldung untersucht und wenn nötig gleich behandelt. Dagegen muss ich bei der Hausärztin bzw. dem Hausarzt zunächst einen Termin vereinbaren und werde womöglich doch für weitere Abklärungen an einen Spezialisten oder dann doch ins Krankenhaus überwiesen. Weiterlesen

Entblößt: Einheitsverpackungen können den Rauchstopp fördern

Dass Zigarettenpackungen mehr sind als Hilfsmittel für Transport und Lagerung ihres Inhaltes ist einleuchtend. Um das zu verstehen, muss man nicht Marketing studieren, sondern nur „Des Kaisers neue Kleider“ lesen. Ein neuer Cochrane Review hat sich nun der Frage gewidmet, ob Einheitsverpackungen das Raucherverhalten verändern können.

Im Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ von Hans Christian Andersen lässt sich ein Kaiser „ganz besondere“ Stoffe für viel Geld andrehen, die angeblich nur die Menschen, die ihrer würdig sind, sehen können. Weder der Kaiser noch andere sahen die Kleider. Er kaufte und trug sie trotzdem. Jeder spielte bei dem Spiel mit, tat so, als wären die Kleider des Kaisers ganz besonders. Bis ein Kind letztendlich die Farce beim Namen nannte und rief: „Der Kaiser ist ja nackt!“

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Kategorie: Kritisch! – Wege, Antibiotika-Resistenzen anzugehen

Die Dringlichkeit, gegen Antibiotika-Resistenzen aktiv zu werden rückt weltweit in den Fokus von Öffentlichkeit, Forschung und Politik. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlichte Ende Februar erstmals eine Liste der 12 gefährlichsten Bakterienstämme/familien. Der Aufruf, dass dringend neue Wege gefunden werden müssen um Antibiotika-Resistenzen entgegenzuwirken, hallt laut und deutlich.

Viele Wege können zum Ziel führen, doch welche kommen an?

Wenn es um die Bekämpfung von Antibiotika-Resistenzen geht, sollte der Weg ein möglichst direkter sein. Einer wäre, auf die Entwicklung neuer Antibiotika zu drängen – ein großes Anliegen der WHO: Weiterlesen