Generelle Gesundheitschecks – sinnvoll oder nicht?

Die Idee von generellen Gesundheitschecks ist verlockend: wie das Auto beim TÜV wird der Körper beim Arzt oder der Ärztin auf allfällige Schäden beziehungsweise Symptome oder Risikofaktoren untersucht. Dieser Blog-Beitrag über einen aktualisierten Cochrane Review zeigt, warum solche Untersuchungen meist dennoch nicht den erhofften Effekt bieten.

Seriöse Spitäler und Arztpraxen, Krankenkassen aber auch eher dubiose Internetanbieter werben für generelle Gesundheitschecks. In einigen Ländern sind diese Teil des Gesundheitswesens, wie zum Beispiel der vom britischen National Health Service (NHS) angebotene Health Check. Auch viele Arbeitgeber* offerieren ihren Angestellten generelle Checks, um Erkrankungen und Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen. Auf der Webseite eines deutschen Privatanbieters wird auf den Punkt gebracht, was für viele Motivation zu einem solchen Check sein dürfte: „Ich will nicht glauben, dass ich gesund bin. Ich will es wissen.“. Vorsorge könne Leben retten, heisst es in diversen Angeboten.

Warnungen vor falschen Resultaten

Einige Ärzte und Forscherinnen sehen dies aber kritischer. Sie wenden ein, dass generelle Gesundheitschecks im Gegenteil sogar Schaden anrichten könnten. Die Untersuchungen können fälschlicherweise positive Untersuchungsergebnisse ergeben, die aufwändige und zum Teil risikoreiche Nachfolgeuntersuchungen nach sich ziehen. Fallen die Testergebnisse fälschlicherweise negativ aus, wähnen sich die untersuchten Personen in falscher Sicherheit und reagieren eventuell zu langsam, wenn später Krankheitssymptome auftreten.

Einige Erkrankungen, die mit den Gesundheitschecks identifiziert werden können, sind tatsächlich im Anfangsstadium vorhanden und das Ergebnis ist zurecht positiv . Aber sie würden bei den Betroffenen gar nie zu Symptomen oder anderen Folgen führen. Da dies in der Regel aber nicht unterschieden werden kann, ziehen positive Untersuchungsergebnisse weitere Abklärungen und eventuell Behandlungen nach sich, die belastend und häufig ihrerseits risikoreich sind. Die untersuchte Person sieht sich plötzlich mit einer Diagnose konfrontiert, auch wenn die Erkrankung nie zu Problemen geführt hätte. Dies kann für sie und ihr Umfeld ausserdem eine grosse psychische Belastung darstellen. So ist bekannt, dass in der ersten Woche und im ersten Jahr nach einer Krebsdiagnose die Gefahr eines Suizids deutlich erhöht ist. Auf der einen Seite steht also die Hoffnung, Erkrankungen frühestmöglich erkennen und behandeln zu können. Auf der anderen Seite besteht die Gefahr von Überversorgung, d. h. unnötigen und belastenden Untersuchungen oder sogar Behandlungen.

Cochrane Studie zu generellen Gesundheitschecks

Ein dänisches Cochrane Autorenteam hat deshalb die bestehende Evidenz zum Thema analysiert. Basierend auf einem früheren Review haben die Forscher und Forscherinnen in verschiedenen medizinischen Datenbanken bis Ende Januar 2018 nach Studien gesucht, die Nutzen und Risiken von generellen Gesundheitschecks untersucht haben. Sie schlossen alle Studien in den Review ein, bei denen erwachsene Menschen zufällig in zwei Gruppen unterteilt wurden und je nach Zuteilung generelle Gesundheitschecks erhielten oder nicht. Als generell wurden die Gesundheitschecks eingestuft, wenn sie eine Reihe von Tests zur Untersuchung verschiedener Erkrankungen und Risikofaktoren wie zum Beispiel Bluthochdruck oder Übergewicht beinhalteten. Studien zu Tests, die gezielt nur eine Erkrankung untersuchten – zum Beispiel Brustkrebs-Screening -, wurden ausgeschlossen. Untersucht wurde in erster Linie die Gesamtsterblichkeit. Das Autorenteam analysierte aber auch die Sterblichkeit in Folge von einzelnen, in den Gesundheitschecks untersuchten Erkrankungen.

Insgesamt wurden 15 Studien mit rund 250 000 Teilnehmenden identifiziert. Diese verglichen eine Gruppe von Erwachsenen, denen Gesundheitschecks angeboten wurden mit einer Gruppe ohne Gesundheitschecks. Die Studien waren durchweg von hoher Qualität und wurden entweder in Allgemeinpraxen, medizinischen Zentren oder im Arbeitsumfeld durchgeführt. Sie basierten auf zwei Ansätzen: Beim einen Ansatz wurden die Teilnehmenden einer auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen fokussierten Untersuchung unterzogen und erhielten Unterstützung für eine Änderung ihres Lebensstils – etwa Ratschläge zu Ernährung und Rauchverhalten. Der andere umfasste einen breit angelegten Gesundheitscheck, meist ohne Unterstützung zur Lebensstiländerung. Elf der Studien dokumentierten die Gesamtsterblichkeit der Studienteilnehmenden. Je nach Studie wurden diese vier bis 30 Jahre nach dem Check begleitet.

Generelle Gesundheitschecks verhinderten keine Erkrankungen oder Todesfälle

In der Analyse des Cochrane Reviews zeigte sich, dass die Gesundheitschecks keinen Einfluss auf die Gesamtsterblichkeit hatten. Das Risiko, während der Studiendauer zu versterben, war für Teilnehmenden eines Gesundheitschecks gleich gross wie für jene, die keinen Gesundheitscheck erhalten hatten.

Auch auf die Sterblichkeit aufgrund von Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, jeweils allein betrachtet, hatten allgemeine Gesundheitschecks keinen Einfluss. Allerdings zeigten insbesondere die einzelnen Studien zu Herzkreislauferkrankungen stark von einander abweichende Resultate. Während eine Studie eine deutliche Reduktion der Sterblichkeit an Herz-Kreislauf-Erkrankungen ergab, stellten andere gar eine substanzielle Erhöhung in der Gruppe mit Check-ups fest.

Das Autoren-Team schätzten das Risiko, dass die Ergebnisse bezüglich Sterblichkeit während des Versuchs oder der Auswertung verzerrt wurden (Bias) , als gering ein. Die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz zu der Gesamtsterblichkeit und zu der Sterblichkeit aufgrund von Krebs sei hoch, jene zu der Sterblichkeit an Herz-Kreislauf-Erkrankungen moderat.

Auch der Vergleich hinsichtlich der Zahl der gefundenen Erkrankungen deutet nicht darauf hin, dass Gesundheitschecks zu mehr oder weniger Diagnosen führen. Allerdings wurden bei den Studienteilnehmenden mit Gesundheitschecks etwas häufiger Risikofaktoren wie z.B. Bluthochdruck gefunden als in der Kontrollgruppe.

Nur zwei Studien untersuchten die psychische Belastung der Studienteilnehmenden. Sie ergaben keinen Hinweis, dass die Gesundheitschecks grössere Sorgen verursacht hätten. Es bleibt jedoch unklar, ob dies für alle Arten von Check-ups gilt.

Auch wenn die generellen Gesundheitschecks wahrscheinlich keinen Schaden anrichten – so zeigen sie gemäss dem Cochrane Review auch keinen offensichtlichen Nutzen. Zwar können einzelne gezielte Untersuchungen und Tests in der Früherkennung sinnvoll sein. Zumindest bisher scheint es aber für den komplexen menschlichen Organismus keine verlässliche «TÜV-Generaluntersuchung» zu geben.

Text: Nicole Steck

Über die Autorin:

Nicole Steck ist Epidemiologin am Institut für Sozial- und Präventivmedizin (ISPM) der Universität Bern. Sie forscht insbesondere im Bereich Suizid und assistierter Suizid. Daneben ist sie zur Zeit unter anderem mit dem Aufbau eines neuen Weiterbildungsstudiengangs in geschlechtsspezifischer Medizin beschäftigt und erarbeitet gemeinsam mit Kollegen die wissenschaftlichen Grundlagen zur Einführung eines Dickdarm-Screenings. Für Medizinstudierende in Bern hat sie ein Online-Quiz erstellt, das sich unter anderem mit der Interpretation und Kommunikation von medizinischen Testergebnissen sowie Nutzen und Risiken von Vorsorge-Untersuchungen befasst.

 

*Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

Welche Art von Bewegung hilft bei Rückenschmerzen?

Regelmässige Bewegung hilft Kreuzschmerzen vorzubeugen oder zu lindern. Mehrere Cochrane Reviews untersuchten, wie wirksam verschiedene Bewegungsformen bei unspezifischen Kreuzschmerzen sind. Um diese Bewegungsformen geht es in dem dritten Beitrag unserer Serie „Wenn der Rücken schmerzt“.

Eine falsche Bewegung beim Zeltaufbau am Wochenende – und da waren sie wieder, meine Kreuzschmerzen. Erst vor ein paar Wochen musste ich mich arbeitsunfähig melden, da ich vor Schmerzen kaum aus dem Bett kam und auch nicht in der Lage war, mich auf die Arbeit zu konzentrieren. Mein Arzt diagnostizierte sogenannte „akute, unspezifische Rückenschmerzen“ und schrieb mich krank. Somit zähle ich mich von nun an zu den 20% der Erwerbstätigen, die aufgrund von Rückenschmerzen schon einmal krankgeschrieben wurden. Mein Arzt verordnete mir zwar ein Medikament zur Schmerzlinderung. Mir war jedoch auch bekannt, dass Bewegung bei Rückenschmerzen wichtig ist. Aber welche Art der Bewegung hilft am meisten? Das wollte ich herausfinden und durchforstete die Cochrane Library zu diesem Thema.

Bewegungsformen bei akuten und subakuten Kreuzschmerzen

Zunächst wollte ich wissen, welche der verschiedenen Bewegungsformen bei akuten (Schmerzen die bis zu 6 Wochen anhalten) und subakuten (6 bis 12 Wochen) Kreuzschmerzen helfen. Dabei stiess ich auf die sogenannte Rückenschule. Dies ist ein Behandlungsprogramm, welches Beratung und Übungen umfasst. In der Regel wird es unter Anleitung einer ausgebildeten Gesundheitsfachkraft (z.B. eines Physiotherapeuten) in Gruppen für zwei Wochen durchgeführt. In einem Cochrane Review aus dem Jahr 2016 wurden vier Studien mit insgesamt 643 Teilnehmenden eingeschlossen. Die Studien verglichen die Wirkung der Teilnahme an einer Rückenschule mit keiner Behandlung, einer vom Arzt bzw. Physiotherapeuten angewandten Behandlung oder anderen Bewegungsarten. Die Ergebnisse der vier Studien deuten darauf hin, dass Rückenschulen in Bezug auf Schmerzen, Aktivitätseinschränkung, Arbeitsfähigkeit und unerwünschten (Neben-)Wirkungen insgesamt kurz-, mittel- und langfristig nicht wirksamer sind als eine Placebobehandlung oder eine andere Behandlung (Physiotherapie, myofasziale Therapie, manuelle Gelenkmobilisationen, Beratung). Lediglich zwei Studien fanden kurzfristige Effekte in Bezug auf die Arbeitsunfähigkeit und andere Einschränkungen. In Anbetracht der geringen Studienzahl, der Unterschiedlichkeit ihrer Ergebnisse und der Qualität der Evidenz folgerten die Autoren, dass die Wirksamkeit von Rückenschulen zur Behandlung akuter und subakuter unspezifischer Kreuzschmerzen unklar ist.

Bewegungsformen bei chronischen Kreuzschmerzen

Als chronisch gelten Rückenschmerzen, wenn sie länger als 12 Wochen anhalten. Bei meiner Suche stiess ich auf Cochrane-Evidenz zu zwei verschiedenen Bewegungsformen:

Eine Möglichkeit stellt Pilates dar. Diese Methode zielt darauf ab, ein besseres Körperbewusstsein und eine verbesserte Körperhaltung zu entwickeln. In einem Cochrane Review von 2015 untersuchten die Autoren, ob Pilates bei unspezifischen Rückenschmerzen hilft. In den Review wurden 10 Studien mit insgesamt 510 Patienten eingeschlossen. Die Teilnehmenden aller Studien hatten chronische Rückenschmerzen. In den Studien wurde Pilates entweder mit keiner Behandlung, einer minimalen Behandlung (Beibehaltung gewöhnlicher Aktivitäten oder Einnahme von Medikamenten) oder mit anderen Bewegungsformen verglichen. Beim Vergleich mit einer minimalen Behandlung waren mit Pilates kurz- und mittelfristig positive Wirkungen auf Schmerzen und Aktivitätseinschränkung festzustellen. Im Vergleich zu anderen Bewegungsformen war Pilates nicht wirksamer. Die Qualität der Evidenz in diesem Cochrane Review wurde als niedrig bis moderat bewertet. Die Autoren folgerten, dass es einige Evidenz für die Wirksamkeit von Pilates zur Behandlung von unspezifischen chronischen Kreuzschmerzen gibt, nicht jedoch schlüssige Evidenz für eine Überlegenheit von Pilates gegenüber anderen Bewegungsformen.

Ob Yoga bei chronischen unspezifischen Rückenschmerzen hilft untersuchten Wieland und Kollegen* in ihrem Cochrane Review von 2017. In diesen schlossen sie 12 Studien mit insgesamt 1080 Teilnehmenden ein. Yoga wirkte im Vergleich zu keinen Übungen positiv auf die Funktionsfähigkeit des Rückens nach 3 , 6 und 12 Monaten (Evidenz von niedriger bis moderater Qualität). Diese Wirkungen waren jedoch nach 12 Monaten klinisch nicht bedeutsam. In Bezug auf die Schmerzen gab es zu keinem Zeitpunkt einen klinisch bedeutsamen Unterschied (Evidenz von niedriger bis moderater Qualität). Wenn Yoga mit Rückenübungen kombiniert wurde, gab es keinen Unterschied zu Rückenübungen allein (Evidenz sehr niedriger Qualität). Am häufigsten wurde als unerwünschte Wirkung von verstärkten Rückenschmerzen berichtet. Der Review umfasste keine Studien, die verschiedene Arten von Yoga verglichen.

Ein weiterer Cochrane Review von 2017 befasste sich mit der Wirksamkeit von Übungen zur Bewegungskontrolle (auch als „Motor Control Exercises“ bezeichnet). Ziel dieser Übungen ist es, die Muskeln, welche die Wirbelsäule kontrollieren und stützen, zu verbessern. Die Übungen werden durch einen Therapeuten angeleitet. Mit zunehmender Fähigkeit der Patienten werden die Übungen komplexer und beziehen schliesslich auch andere große Muskelgruppen – wie Oberkörper und Beinmuskeln – mit ein. Die Autoren untersuchten in ihrem Review die Wirksamkeit von Übungen zur Bewegungskontrolle bei Patienten mit chronischen unspezifischen Kreuzschmerzen. Die Studien verglichen diesen Therapieansatz mit anderen Übungs- und Behandlungsformen wie Manueller Therapie, Minimalbehandlung, anderen Übungen in Kombination mit elektrophysikalischen Massnahmen oder Therapien, bei denen Patienten über Video oder Internet angeleitet werden. Das Autorenteam schloss 29 Studien mit 2431 Teilnehmenden ein. Die Studienergebnisse zeigten: Übungen zur Bewegungskontrolle waren kurz-, mittel- und längerfristig wirksamer als eine Minimalbehandlung in Bezug auf die Schmerzen, die Funktionsfähigkeit des Rückens und die subjektive Verbesserung der Beschwerden (Evidenz von niedriger bis moderater Qualität). Für diese Endpunkte – einschliesslich Lebensqualität – waren solche Übungen auch verglichen mit anderen Übungen in Kombination mit elektrophysikalischen Massnahmen wirksamer (Evidenz von niedriger bis sehr niedriger Qualität). Für den Vergleich zwischen Übungen zur Bewegungskontrolle und manuellen Therapien zeigte sich kein klinisch bedeutsamer Unterschied für alle Endpunkte und alle Nachbeobachtungszeiträume (Evidenz von moderater bis hoher Qualität). Da Übungen zur Bewegungskontrolle alles in allem nicht wirksamer als anderen Übungsformen waren, folgerten die Autoren, dass die Auswahl der Übungen bei chronischen Kreuzschmerzen auf Kriterien wie den Vorlieben der Patienten und/oder Therapeuten, deren Ausbildung, den Kosten sowie der Sicherheit (Unbedenklichkeit) basieren sollte.

Regelmässige Bewegung – egal welche – hilft

Meine Suche in der Cochrane Library hat mir gezeigt: es gibt bislang keine schlüssige Evidenz für eine bestimmte Bewegungsform, welche am besten bei der Behandlung von Kreuzschmerzen hilft. In den Cochrane Reviews ergaben sich für verschiedene Bewegungsarten unterschiedliche Wirkungen. Diese basieren auf Evidenz unterschiedlicher Qualität und sind größtenteils unsicher. Es bedarf somit weiterer Forschung. Zur Linderung bereits vorhandener Kreuzschmerzen ist jedoch eins sicher: Bewegung – mehr oder weniger egal welche – hilft. „Letzen Endes ist die Aktivität, die man macht, nicht entscheidend – d.h. ob die Patienten nun ein Lauf-, Schwimm- oder Krafttraining oder Yoga machen. Wenn sie diese konsequent und funktionell richtig durchführen, dann wirkt sehr vieles“, so André Pirlet, Sport- und Physiotherapeut am Schweizer Paraplegiker-Zentrum. Die Motivation zur Bewegung und Regelmässigkeit des Trainings sind also die entscheidenden Faktoren.

Autor: Anne Borchard

*Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

Softdrinks: Flüssige Süßigkeiten und was gegen sie hilft

Dieser Text wurde von Peter von Philipsborn, Hauptautor des Cochrane Reviews „Verhältnispräventive Maßnahmen zur Reduktion des Konsums und der gesundheitlichen Folgen von Süßgetränken“ verfasst. Er enthält wissenschaftliche Ergebnisse und drückt auch verschiedene persönliche Standpunkte des Autor aus.

Süßgetränke sind nicht gesund – und wir sollten weniger davon trinken. Doch was hilft, um bei Getränken die gesündere Wahl zur einfacheren und attraktiveren Wahl zu machen? Ein aktueller Cochrane Review untersucht, welche Veränderungen dazu beitragen können, den bevölkerungsweiten Süßgetränkekonsum zu reduzieren.

„Darf ich dir etwas zu trinken anbieten?“ – dieser Satz ist fester Teil des Rituals, mit dem wir Gäste im eigenen Zuhause oder auf Feiern empfangen. Und auch ansonsten bietet das Trinken den äußeren Rahmen für unzählige Rituale und Formen sozialen Zusammenseins: man trifft sich auf einen Kaffee, geht etwas trinken, stößt auf einen Geburtstag an, sieht sich beim Stehempfang. Ob in Cafés, Kneipen, Bars, in der Teestube, beim Kaffeekränzchen oder der Kaffeepause – wo immer Menschen zusammenkommen, da wird getrunken. Weiterlesen

Doppelt hält besser – eine Kombination von Nikotinersatztherapien hilft besser mit dem Rauchen aufzuhören als einzelne Maßnahmen

Vom Rauchen loszukommen gestaltet sich für viele Raucherinnen und Raucher schwierig. Rund um den Weltnichtrauchertag möchten wir beleuchten, mit welchen Hilfsmitteln man den Rauchstopp am besten unterstützen kann. Ein aktueller Cochrane Review hat sich diesem Thema gewidmet und untersucht welche Nikotinersatztherapien Menschen am Weg zum Nichtraucher-Dasein am meisten helfen.

Am 31.5. ist Weltnichtrauchertag. Weltweit wird auf die Gefahren des Rauchens hingewiesen. Viele Raucherinnen und Raucher sind sich dessen bereits bewusst und möchten von sich aus mit dem Rauchen aufhören. Doch das fällt vielen sehr schwer. Es gibt gute Evidenz dafür, dass Nikotinersatztherapien wirksam beim Rauchstopp helfen können. Wir haben dazu in „Ausgequalmt – Nikotinersatztherapie hilft beim Rauchstopp“ berichtet. Welche Nikotinersatztherapien den Rauchstopp am besten unterstützen bzw. welche Kombinationen von Nikotinersatztherapien am wirksamsten sind, hat ein aktueller Cochrane Review untersucht. Weiterlesen

Malaria – nach wie vor eine globale Herausforderung

25.04.2019 – Welt-Malaria-Tag. Malaria stellt nach wie vor eine globale Herausforderung dar. Alle 2 Minuten verliert ein Kind sein Leben aufgrund dieser heimtückischen Krankheit. Nach jahrelangen Erfolgen im Kampf gegen die Tropenkrankheit schlagen Expertinnen und Experten der WHO erneut Alarm: In einigen Regionen Afrikas ist Malaria wieder im Vormarsch. Allein im Jahr 2017 erkrankten 219 Millionen Menschen weltweit an Malaria – 200 Millionen davon kamen aus Afrika. Die WHO will diesem Trend mit der „Zero malaria starts with me“ Kampagne, die gleichzeitig das Motto des diesjährigen Welt-Malaria-Tages ist, entgegenwirken. Was sagt die Evidenz zu diesem Thema?

120 – so viele Kinder sind allein in der Zeit an den Folgen von Malaria gestorben, in der ich für diesen Beitrag recherchiert habe. Während Sie das hier lesen, werden es ca. weitere 3 bis 5 sein.

Die meisten von uns beschäftigen sich mit dem Thema Malaria nur dann, wenn sie in tropische oder subtropische Länder reisen. Dann machen wir uns (hoffentlich!) schlau, wie wir uns am besten vor dieser Krankheit schützen können. Gut ausgestattet mit vorbeugenden Medikamenten, Mückennetz und Co treten wir unsere Reise an. Für die Menschen, die in Malaria-Regionen leben, ist das aber nicht so einfach. Den meisten fehlt schlichtweg das Geld, um sich einfache, vorbeugende Maßnahmen, wie ein Moskitonetz oder Mückenspray oder gar eine Behandlung, leisten zu können.

Im Jahr 2017 erkrankten 219 Millionen Menschen weltweit an Malaria. Rund 435.000 starben an der Tropenkrankheit. Insbesondere für Kinder unter fünf Jahren stellt die Erkrankung oft ein Todesurteil dar – im Jahr 2017 machten sie 61 Prozent (266.000) aller Malaria Todesfälle aus! Weiterlesen