Wenn Worte scheitern, spricht Musik: Musiktherapie bei Demenz

Circa 10 Millionen Menschen werden jährlich mit der Diagnose Demenz konfrontiert, so die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die genauen Zahlen kennen wir nicht, da vor allem in Ländern mit niedrigem bis mittlerem Einkommen viele Menschen, die unter Demenz leiden, nie eine offizielle Diagnose erhalten. Es ist zu erwarten, dass die Anzahl an Demenz-Erkrankten aufgrund der weltweit alternden Bevölkerung zukünftig steigen wird. Die Suche nach wirksamen Therapien und Behandlungen wird daher zunehmend wichtiger. Cochrane untersuchte in einem aktualisierten Review die Wirksamkeit von musikbasierten Behandlungen bei Demenz.

Immer mehr Menschen weltweit sind von Demenz betroffen. Die bisher bekannten Zahlen könnten sich laut WHO bis zum Jahr 2050 noch verdreifachen und von 50 auf 152 Millionen Erkrankte ansteigen. Weiterlesen

ADHS Medikamente: Methylphenidat als Symptom-Hemmer?

Der Arzneistoff Methylphenidat, der hinter Markennamen wie Ritalin steckt, kann Symptome wie Hyperaktivität, Impulsivität und Konzentrationsstörungen bei Kindern und Jugendlichen mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) verringern. Begleiterscheinungen wie Kopfschmerzen oder Schlafstörungen sind jedoch leider keine Seltenheit. Bisher waren langfristige Risiken und der Nutzen des Wirkstoffes relativ unklar. Ein neuer Cochrane Review hat sich nun genau diesem Thema angenommen.

Methylphenidat ist der Wirkstoff, welcher bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS am häufigsten verschrieben wird. Jedoch machte schon ein in 2016 veröffentlichter Beitrag auf ‘Wissen Was Wirkt‘ deutlich, dass die Risiken und der Nutzen des ADHS-Medikamentes unklar sind, vor allem langfristig: „Methylphenidat hilft zwar, die Hauptsymptome, also Hyperaktivität und Konzentrationsstörungen zu verringern, doch wie groß der Nutzen des Medikaments langfristig tatsächlich ist, kann nicht gesagt werden“, so das Fazit des Beitrags, welches sich auf einen Cochrane Review aus dem Jahr 2015 bezog. Weiterlesen

„O du fröhliche“ – Musiktherapie bei Depression

Für viele Menschen ist Weihnachten eine ‚lichte’ Zeit, die für besinnliche Stunden in Gemeinschaft mit Familie und Freunden bestimmt ist. Doch für Menschen, die Weihnachten alleine verbringen, kann diese Zeit bedrückend sein. Sie fühlen sich womöglich noch einsamer als sonst. Für Menschen, die unter Depressionen leiden, könnte Weihnachten zu einer äußerst düsteren Zeit werden.

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden weltweit rund 300 Millionen Menschen an einer Depression, Tendenz steigend. Gemäß der deutschen Depressionshilfe ist in Deutschland etwa jede vierte Frau und jeder achte Mann im Laufe des Lebens von einer Depression betroffen. Im Jahr 2014 ergab eine Befragung in Österreich, dass rund 6 % der Männer und 10 % der Frauen im Jahr davor an einer Depression litten. In der Schweiz gaben rund 6 % der Männer und 7 % der Frauen in der Gesundheitsbefragung von 2012 an, an einer Depression zu leiden. Hauptkennzeichen der häufigen Erkrankung sind Stimmungsänderungen, Antriebslosigkeit, Angstzustände sowie Verlust der Lebensfreude. Weiterlesen

Viel Angebot, wenig Evidenz: Ernährung und Nahrungsergänzung bei Multipler Sklerose

In diesem dritten Beitrag zu Multipler Sklerose (MS) geht Übersetzerin Brita Fiess auf Reviews zum Thema Ernährung und Nahrungsergänzung bei MS ein, die sie bei einer Recherche in der Cochrane Library identifiziert hat. 

Internet, Buchläden und auch Patientenbroschüren sind generell voll von Ernährungstipps, auch für Multiple Sklerose-Patienten und Patientinnen. Doch helfen diese Ernährungsinterventionen wirklich, den Verlauf einer Multiplen Sklerose zu beeinflussen?

Neben den herkömmlichen medizinischen Behandlungen bei Multipler Sklerose (MS), die in den ersten beiden Artikeln dieser Mini-Serie zu MS und verlaufsmodifizierenden Therapien erwähnt wurden, besteht bei den Betroffenen, die ich kennengelernt habe, meist auch der Wunsch, über so genannte alternative Maßnahmen einen positiven Einfluss auf den Verlauf ihrer Erkrankung zu nehmen. Diese beinhalten unter anderem eine angepasste Ernährung oder die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln. Deshalb beschloss ich, während meines Übersetzungsprojektes einen genaueren Blick auf dieses Thema und die Evidenz aus Cochrane Reviews zu werfen. Weiterlesen

Verlaufsmodifizierende Therapien bei MS – Recap der Cochrane Evidenz

In diesem zweiten von drei Beiträgen zu Multipler Sklerose (MS) teilt die freiwillige Cochrane Übersetzerin Brita Fiess Fakten zu verlaufsmodifizierenden Therapien bei MS, die sie im Laufe ihrer Arbeit in Erfahrung gebracht hat. Sie berichtet über diese Therapieform, da sie der langfristigen Behandlung von MS dient und daher für alle Verlaufsformen von MS von Bedeutung ist.

Multiple Sklerose (MS) ist eine Autoimmunerkrankung, d.h. das Immunsystem des Körpers, das eigentlich dazu dienen soll, diesen vor Krankheitserregern zu schützen, richtet sich gegen den eigenen gesunden Körper. Verlaufsmodifizierende Therapien stellen eine der grundlegenden Therapieformen bei MS dar und wirken direkt auf das Immunsystem. Wie aussagekräftig ist die Evidenz bezüglich dieser Behandlungsform?

Die Ursache, weshalb sich bei MS das Immunsystem gegen den eigenen Körper richtet ist noch nicht abschließend geklärt. Hier sind neben genetischen Faktoren, Umwelteinflüsse, Vitamin-D-Mangel und die Ernährung im Gespräch.

Was jedoch sicher zu sein scheint, ist, dass sich bei MS die für die Immunabwehr des Körpers zuständigen B- und T-Zellen gegen die Substanz richten, die die Nervenfasern umhüllt, das so genannte Myelin. Das Myelin gewährleistet als Schutzhülle, dass die elektrischen Impulse im Nervensystem weitergeleitet werden. Der Angriff der B- und T-Zellen auf die Myelinhülle der Neuronen löst eine Entzündung aus und führt zu verschiedenen Symptomen. Das Auftreten eines oder mehrerer MS-Symptome, die über 24 Stunden hinaus bestehen, wird als Schub bezeichnet. Weiterlesen