Zähneputzen: Elektrisch vs. von Hand

Jeder von uns tut es, die meisten zweimal täglich. Oft noch im Halbschlaf geht es fast wie von selbst. Ich spreche vom Zähneputzen. Es gehört ganz selbstverständlich zur täglichen Routine, Gedanken darüber machen sich die wenigsten von uns. Sollten wir aber, wie die Zahnärztin bei jedem Besuch betont. Und ganz wichtig scheint dabei zu sein, eine elektrische Zahnbürste zu verwenden. Nichts sei effektiver gegen Plaque. Was sagt die Wissenschaft dazu? Wer putzt besser, Mensch oder Maschine? Für ein aktuelles Cochrane Review machten sich Forscher auf die Suche nach harten Fakten zur High-Tech im Mund.

Ich erinnere mich noch gut. Zwei oder drei Jahrzehnte ist es her – ich war damals noch ein Kind – da hatten auf einmal alle eine Zahnbürste, die summte und über Nacht aufgeladen werden musste. Von Zahnärztinnen empfohlen, im Fernsehen beworben, gäbe es nichts Besseres gegen Plaque. Man könne mit ihr „putzen wie ein Zahnarzt“ hieß es da. Ich war ein ziemlich braves Kind und schrubbte meine Zähne zweimal täglich, händisch allerdings, mit meiner bunten Kinderzahnbürste mit dem extra kleinen Kopf. Aber auf einmal war das nicht mehr genug!

Obwohl ich doch ein bisschen beleidigt war, dass mir mangelnde Kompetenz beim Reinigen meiner Zähne mittels guter alter Handarbeit unterstellt wurde, habe ich mich im Erwachsenenalter dann zwei oder drei Mal an einen dieser Apparate herangewagt. Besonders früh morgens war mir das Geräusch beim Putzen aber entschieden zu laut und das Vibrieren fühlte sich an, als wären Ameisen in meinem Kopf. Ich wechselte bald wieder zur händischen Variante.

Jetzt will ich es aber endlich wissen. Verpasse ich da etwas? Bin ich meinen Zähnen bessere Pflege schuldig? Die Wissenschaft hat eine Antwort.

Putzen für die Wissenschaft

56 Studien zur Frage mechanische vs. elektrische Zahnbürste hat eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit von Autoren der Cochrane Oral Health Group zusammengefasst. Alle diese Studien verglichen das Putzen mit der Handzahnbürste mit dem Putzen mit der elektrischen Bürste. Insgesamt 5.068 Probandinnen und Probanden, hauptsächlich aus den USA und Europa, putzten für die Wissenschaft. Die Frage: Welche Zahnbürste entfernt Plaque gründlicher und kann Zahnfleischentzündung verringern?

Für alle, die Plaque nur aus der Zahnpastawerbung kennen: Es handelt sich um auf dem Zahn haftende Bakterien, die gemeinsam einen sogenannten Biofilm bilden. Plaque ist der häufigste Grund für Zahnfleischentzündung und die gefürchtete Parodontitis.

Wenn die Zahnärztin vor Parodontitis warnt, meint sie eine Entzündung des Zahnhalteapparates. Die kann mit der Zeit den umliegenden Knochen zerstören, wodurch sich die Zähne lockern und im schlimmsten Fall ausfallen.

Besonders wohl fühlen sich Bakterien am Übergang zwischen Zahn und Zahnfleisch und zwischen den Zähnen. Also dort, wo die Zahnbürste nicht hinkommt. Die händische Zahnbürste. Denn dass elektrische Zahnbürsten „dorthin kommen, wo keine händische Zahnbürste hinkommt“ ist eines der Versprechen von Herstellern.

Vibrieren, rotieren, oszillieren

Aber elektrisch ist nicht gleich elektrisch. Seitwärts, rotierend, ionisch und mit Ultraschall – Zahnbürstenhersteller sind kreativ, was die Technik ihrer Produkte angeht. In der systematischen Übersichtsarbeit wurden deswegen die untersuchten Modelle in verschiedene Gruppen eingeteilt.

Die Arbeit schloss nur Studien ein, die Putzen unter realen Bedingungen untersuchte, Probandinnen und Probanden durften während der Studie keine professionelle Anleitung zum Putzen erhalten. Eingeschlossen waren ProbandInnen aller Altersgruppen, die zufällig einer der beiden „Putz-Gruppen“ zugeteilt wurden.

Manche der Studien untersuchten die kurzfristigen Effekte des Putzens nach ein bis drei Monaten, manche die langfristigen nach über drei Monaten, manche beides. Gradmesser des Putzerfolgs war, wie stark die Probandinnen und Probanden von Plaque und Zahnfleischentzündung betroffen waren, wobei die verschiedenen Studien unterschiedliche Skalen zur Messung der Ergebnisse verwendeten.

Das Ergebnis: Elektrisches Putzen scheint tatsächlich wirksamer zu sein als händisches. Benutzer von elektrischen Zahnbürsten haben weniger Plaque und weniger Zahnfleischentzündung. Spitzenreiter in der Reinigung waren Bürsten mit oszillierend rotierendem Kopf, also einem Bürstenkopf der sich dreht und dabei ständig die Richtung wechselt.

High-Tech gewinnt

Nach ein bis drei Monaten hatten elektrisch putzende ProbandInnen im Vergleich zu den händischen Putzern rund 11 Prozent, nach über drei Monaten rund 21 Prozent weniger Plaque (gemessen mittels Quigley Hein-Plaque-Index). Zahnfleischbluten war nach ein bis drei Monaten um 6 Prozent seltener, wenn elektrisch geputzt wurde (gemessen mittels Löe-Silnes-Index). BeideErgebnisse waren statistisch signifikant, also mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zufällig bedingt.

Putzen mit der elektrischen Bürste verringert Plaque und Zahnfleischentzündung, die wiederum für Parodontitis und Zahnverlust verantwortlich sind. Elektrisches Putzen schützt also die Zähne langfristig vor diesen Problemen, könnte man jetzt schlussfolgern. Das scheint zwar wahrscheinlich, bestätigen können dies die vorhandenen Studien allerdings nicht. Noch nicht zumindest. Das könnten nur sehr lang laufende Untersuchungen verlässlich tun, die es derzeit noch nicht gibt.

Trotzdem geht aus dem Rennen um das sauberste Gebiss die elektrische Zahnbürste ziemlich klar als Sieger hervor. Deswegen werde ich persönlich nochmal darüber nachdenken, ob ich nicht doch in Zukunft auch im Badezimmer die Technik für mich arbeiten lasse…

Text: Dr. Jana Meixner

Dr. Jana Meixner ist Medizinerin und Medizinjournalistin und arbeitet am Department für Evidenzbasierte Medizin und Klinische Epidemiologie an der Donau-Universität Krems in Österreich.

 

Literatur:

Yaacob, M., Worthington, H. V., Deacon, S. A., Deery, C., Walmsley, A. D., Robinson, P. G., & Glenny, A. M. (2014). Powered versus manual toothbrushing for oral health. Cochrane Database of Systematic Reviews, (6).

Wilder RS, Moretti AJ. Gingivitis and periodontitis in adults: Classification and dental treatment. Uptodate 2018.
Available from: https://www.uptodate.com/contents/gingivitis-and-periodontitis-in-adults-classification-and-dental-treatment?search=parodontitis&source=search_result&selectedTitle=1~150&usage_type=default&display_rank=1

Verrückt Vegan – Ist die Einnahme von Vitamin B12 bei Vitamin-B12-Mangel wirksam?

Einige Menschen, vor allem Veganer*, kennen diesen Zustand. Vermehrt macht sich sowohl Müdigkeit als auch Schwäche breit und gelegentlich kommt es zu einem leichten Schwindelgefühl. Der Weg zum Arzt und der darauffolgende Bluttest bringen Gewissheit: Blutarmut wegen Vitamin-B12-Mangel. Was dann?

Die medizinische Behandlung eines B12-Mangels ist von der Schwere des Mangels und von den zugrunde liegenden Ursachen abhängig. Bei sehr schweren Mängeln und/oder vorliegenden Resorptionsstörungen verabreicht der Arzt den Betroffenen das Vitamin B12 intramuskulär, er spritzt es also direkt in einen Muskel. Gelegentlich, jedoch deutlich seltener, verschreibt er hoch dosierte Vitamin-B12-Präparate , sofern keine Resorptionsstörungen vorliegen. Eine Behandlung eines Vitamin-B12-Mangels ist immer empfehlenswert, wenngleich es bei leichtem bis mittelschwerem Mangel den Betroffenen überlassen bleibt, gegen diesen vorzugehen. In der Regel führt der nächste Weg des Betroffenen also zur Apotheke oder zum Drogeriemarkt, um Vitamin-B12-Kapseln, -Tropfen oder entsprechende Säfte zu kaufen. Genügend Auswahl gibt es ja. Doch, was ist Vitamin B12, sind Präparate zum Einnehmen wirksam und wie hoch sollte die Tagesdosis sein?

Was ist Vitamin B12?

Vitamine sind organische Verbindungen, die der menschliche Organismus für lebenswichtige Funktionen benötigt. Vitamin B12 oder Cobalamin gehört zu den wasserlöslichen Vitaminen und ist bei einer Vielzahl biologischer Vorgänge im Organismus beteiligt und somit lebenswichtig. Im Körper spielt Vitamin B12 eine zentrale Rolle bei der Zellteilung und der Bildung von roten Blutkörperchen. Darüber hinaus ist Vitamin B12 u.a. dabei beteiligt, die DNA zu synthetisieren sowie Schutzschichten der Nervenstränge (Myelinschicht) zu bilden und zu erhalten.

Wo kommt Vitamin B12 vor?

Der menschlichen Körper ist – mit Ausnahme von Vitamin D – nicht in der Lage, die benötigten Vitamine selbst zu produzieren, sondern darauf angewiesen, diese in ausreichender Menge über die Nahrung aufzunehmen. In der Natur werden Vitamine entweder von Pflanzen, Bakterien oder Tieren gebildet.

Vitamin B12 wird von Mikroorganismen synthetisiert, die sich bevorzugt im Darm von Wiederkäuern befinden. Der Mensch nimmt das Vitamin B12 deshalb hauptsächlich über tierische Lebensmittel, wie Innereien (Leber, Niere), Muskelfleisch, Fisch, Eier, Milch und Milchprodukte auf. Pflanzliche Lebensmittel können durch bakterielle Gärung, wie z. B. bei Sauerkraut, auch Spuren von Vitamin B12 enthalten. Unklar ist, ob die enthaltene Form des Vitamin B12 für den Menschen ebenso verwertbar ist, wie jene, die mit tierischen Produkten aufgenommen wird. Zudem sind die Mengen, die über pflanzliche Lebensmittel wie Sauerkraut, Bier oder Algen (Nori, Chlorella) aufgenommen werden können so gering, dass eine bedarfsdeckende Zufuhr damit nicht möglich ist.

Wie entsteht ein Vitamin-B12-Mangel?

Ein Vitamin-B12-Mangel kann z.B. entstehen, wenn nicht ausreichend Vitamin B12 über die Nahrung aufgenommen wird. Dieses kann bei Veganern passieren, aber z.B. auch bei schwangeren Frauen, deren Tagesbedarf grundsätzlich erhöht ist. Darüber hinaus existieren noch weitere Ursachen, wie z.B. Resorptionsstörungen im Dünndarm, die bewirkten, dass das Vitamin B12 nicht in ausreichender Menge vom Körper aufgenommen werden kann.

Ein Mangel an Vitamin B12 ist nicht zu unterschätzen und kann sich – sollte er schwerwiegend sein – in Symptomen der Blutarmut (Anämie) wie Schwäche, Müdigkeit, Schwindel zeigen und sogar zu Nervenschäden führen.

Gibt es eine empfohlene Tagesdosis für Vitamin B12?

Die täglich empfohlene Zufuhr für erwachsene Männer und Frauen liegt der WHO zufolge bei 2,4 µg Vitamin B12. Schwangeren Frauen wird eine Tagesdosis von 3,5µg empfohlen, um eine bedarfsgerechte Versorgung zu gewährleisten. Für Erwachsene ist diese Tagesdosis bei einer ausgewogenen Ernährungsweise in der Regel zu erreichen, da zum Beispiel 100g Rindfleisch bereits 5µg und 100g Gouda 1,9µg Vitamin B12 enthalten. Eine detaillierte Tabelle mit Informationen zum Vitamin B12-Gehalt verschiedener Nahrungsmittel finden Sie hier. Sollte es dennoch zu Vitamin-B12-Mangelerscheinungen kommen, muss der jeweiligen Ursache nachgegangen und gegebenenfalls nachgeholfen werden.

In einem Cochrane Review von März 2018 wurde von Cochrane-Autoren untersucht, ob einzunehmende Vitamin-B12-Präparate bei vorliegendem Vitamin-B12-Mangel ähnlich gut wirken wie intramuskulär verabreichtes Vitamin B12.

Studienmerkmale

In dieses Review wurden drei randomisierte, kontrollierte Studien eingeschlossen. Alle Studien wurden im Rahmen der ärztlichen Tertiärversorgung in den USA, der Türkei und im südlichen Indien durchgeführt. Die insgesamt 153 erwachsenen Studienteilnehmer waren zwischen 39 bis 72 Jahre alt und wiesen einen therapiebedürftigen Vitamin-B12- Mangel auf (Vitamin-B12-Konzentration im Blutserum <148pmol/L). Der Interventionsgruppe wurden 74 Patienten (48,3%) zugewiesen, die Vitamin B12 zum Einnehmen erhielt und 79 Patienten der Kontrollgruppe, der das Vitamin B12 intramuskulär verabreicht wurde. Die Studiendauer variierte zwischen den Studien und betrug zwischen 3 bis 4 Monate.

Methode

Die eingeschlossenen Studien unterschieden sich hinsichtlich der Therapiedauer, der Tagesdosis und der während des Therapiezeitraums verabreichten Gesamtmenge an Vitamin B12. In zwei Studien erhielten die Patienten der Interventionsgruppe täglich 1000µg Vitamin B12, die als Tropfen eingenommen wurden. In der dritten Studie wurde den Patienten der Interventionsgruppe täglich 2000µg Vitamin B12 in Tablettenform verordnet.

Alle Kontrollgruppen der Studien erhielten eine Vitamin-B12-Tagesdosis von 1000µg, die den Patienten intramuskulär verabreicht wurde. Die den Interventions- und Kontrollgruppen verabreichten Gesamtmengen von Vitamin B12 variierten zwischen den Studien, da die Therapien unterschiedlich lang andauerten.

Um den Unterschied zwischen den Verabreichungswegen festmachen zu können, wurden die Patienten während und nach Durchführung der Behandlung hinsichtlich folgender Parameter untersucht: (1) Vitamin-B12-Konzentration im Blut, (2) Klinische Marker und Symptome eines Vitamin B12 Mangels, (3) Nebenwirkungen (4) Sozioökonomische Effekte.

Ergebnisse

Sowohl die tägliche Einnahme von Vitamin B12 (1000μg/pro Tag) als auch die intramuskuläre Verabreichungsform gleicher Dosis führten in zwei Studien zu einer Normalisierung der Vitamin-B12-Konzentration im Blut der Patienten. In der dritten Studie wies die Interventionsgruppe, die Vitamin B12 zum Einnehmen verordnet bekam, nach der Therapie höhere Vitamin-B12-Konzentrationen im Blut auf als die Kontrollgruppe. Allerdings erhielt die Interventionsgruppe in dieser Studie die doppelte Menge an Vitamin B12 (2000μg/pro Tag) im Vergleich zur Kontrollgruppe. Zudem dauerte die Therapie der Interventionsgruppe 30 Tage länger, was wiederum zu großen Unterschieden hinsichtlich der verabreichten Gesamtmenge führte. Die Autoren verweisen darauf, dass die Vitamin-B12-Therapie zum Einnehmen kostengünstiger ist als eine intramuskulär zu verabreichende Therapie.

Fazit

Beide Verabreichungswege sind geeignet, um einen Anstieg der Vitamin-B12- Konzentrationen im Blut herbeizuführen und so einen Vitamin-B12-Mangel erfolgreich zu behandeln. Zu beachten ist allerdings, dass die geringe Anzahl an eingeschlossenen Studien und Patienten die Aussagekraft der Ergebnisse eingeschränkt . Die Qualität der Evidenz wurde von den Cochrane Autoren deshalb als niedrig oder sehr niedrig eingeschätzt.

Text: Maren Fendt

Zum vollständigen Review geht es hier: https://www.cochranelibrary.com/cdsr/doi/10.1002/14651858.CD004655.pub3/full/de#CD004655-abs-0004

*Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung geschlechtsspezifischer Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

Können Ohrentropfen Ohrenschmalz gut entfernen?

Ohrenschmalz betrifft jeden – darüber gesprochen wird eigentlich nie. Im Normalfall verursacht das natürliche Körpersekret ja auch keine Probleme. Unangenehm wird es jedoch, wenn es den Gehörgang verstopft und Schmerzen oder Schwerhörigkeit verursacht. Tropfen und Sprays werden angeboten, um lästiges Ohrenschmalz zu entfernen, doch wie gut wirken diese Produkte?

Zerumen, landläufig Ohrenschmalz genannt, ist ein natürliches Sekret, das von der Ohrenschmalzdrüse abgesondert wird. Alle Säugetiere, so auch der Mensch, produzieren Ohrenschmalz – und das nicht ohne Grund. Das Sekret übernimmt wichtige Aufgaben. Es befeuchtet den Gehörgang, entfernt Schmutz, Staub und abgestorbene Hautpartikel, schützt das Ohr vor Insekten und enthält Stoffe, die gegen Bakterien ankämpfen. Weiterlesen

Frühe Palliativversorgung bei fortgeschrittenem Krebs?

Bei manchen Krebspatienten ist die Krankheit zum Zeitpunkt der Diagnose schon so weit fortgeschritten, dass Krebstherapien nicht mehr helfen. Diese Patienten können allerdings immer noch von einer Palliativversorgung profitieren. Dies zeigte ein im Juni 2017 aktualisierter Cochrane Review, der die Wirkung von palliativer Versorgung nach der Diagnose einer fortgeschrittenen Krebserkrankung untersuchte.

Wer schon einmal einen Menschen mit fortgeschrittenem Krebs in der letzten Lebensphase begleitet hat, weiß, wie schwierig diese Phase vor allem auf der emotional-psychischen Ebene sein kann. Das gilt sowohl für den Patienten* als auch für die Angehörigen. Die körperlichen Bürden müssen natürlich die Patienten alleine tragen, doch oft werden die emotional-psychischen Lasten von beiden Seiten geteilt, auch wenn sie sich unterschiedlich ausdrücken. Weiterlesen

Vorbeugung von Diabetes Typ 2 – was wirklich hilft

Weltweit hat sich seit 1980 die Anzahl an Menschen, die an der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) leiden fast vervierfacht. Diese wird insbesondere durch einen ungesunden Lebensstil begünstigt. Eine ausgewogene Ernährung und ausreichende Bewegung können jedoch der Entstehung von Diabetes mellitus vorbeugen oder sie verzögern. Dabei sind kombinierte Ernährungs- und Bewegungsinterventionen deutlich wirksamer als eine ausschliessliche Ernährungsumstellung oder eine alleinige Erhöhung der körperlichen Aktivität. Dies zeigte ein aktualisierter Cochrane Review.

Als Studentin kam ich zum ersten Mal in Kontakt mit dem Thema „Diabetes“ bei der Diabetessprechstunde in einem Krankenhaus in Heidelberg. Hier erfuhr ich, wie schwer es Betroffenen fiel, ihre Ernährungsgewohnheiten umzustellen und sich körperlich mehr zu bewegen – insbesondere wenn sie bereits an Übergewicht oder Adipositas litten. Es gab aber auch Erfolgsgeschichten: mit einem speziell im Krankenhaus angebotenen Bewegungs- und Ernährungs-Programm konnten einige wenige PatientInnen ihren Blutzuckerspiegel wieder in den Normalbereich senken und über einen längeren Zeitraum auch niedrig halten. Weiterlesen