Cochrane TaskExchange: Neue Funktionen vor allem für Anfänger bei Cochrane!

TaskExchange ist Cochrane’s Onlineplattform, auf der sich neue und alte Mitglieder der Evidenz-Community miteinander verbinden können, um ihre Arbeiten gemeinsam schneller zu erledigen. Was heißt das genau?

Cochrane’s TaskExchange verbindet Menschen, die Hilfe bei einem evidenzbasierten Gesundheitsprojekt brauchen, mit jenen, die Zeit und Erfahrung haben, dazu beizutragen. Hört sich gut an? Bisher haben über 500 Menschen schon über TaskExchange in Projekten zusammengearbeitet. Weiterlesen

Evidenzbasiertes Arbeiten von Anfang an – eine neue Generation von EbM-Enthusiasten wächst heran 

Evidenzbasierte Medizin (EbM) pocht darauf, dass neben der klinischen Erfahrung und den Wünschen der Patienten und Patientinnen auch das aktuellste Wissen aus gut gemachten klinischen Studien bei Entscheidungen berücksichtigt wird. Auch wenn das eigentlich selbstverständlich klingt, ist diese Haltung noch immer nicht umfassend in der klinischen Praxis verankert.

Es dauert in der Tat oft Jahre bis Erkenntnisse aus Studien in die Praxis gelangen, wenn sie es überhaupt bis dahin schaffen*. Oft fehlt die Zeit und manchmal auch das Wissen und nötige Handwerkszeug, um die neuesten Forschungsergebnisse in die Praxis zu integrieren. Für Patienten und Patientinnen kann das im Extremfall bedeuten, dass sie wirkungslose oder sogar schädliche Behandlungen bekommen bzw. wirkungsvolle Behandlungen nicht erhalten. Weiterlesen

Cochrane Insurance Medicine – ein Cochrane Feld stellt sich vor

Ein Gastbeitrag von Prof. Dr. Regina Kunz, Professorin für Versicherungsmedizin, Universitätsspital Basel, mit Unterstützung von Rebecca Weida, ehemalige Koordinatorin der Cochrane Gruppe Insurance Medicine.

Versicherungsmedizin hört sich nach einem hochspezialisierten Nischengebiet an. Jedoch betrifft sie fast jeden Menschen. Sobald es um Kranken-, Unfall-, Invaliden- und Rentenversicherungen geht, ist die Versicherungsmedizin im Spiel. Das Cochrane Feld Insurance Medicine sorgt dafür, dass mehr hochwertige Evidenz verfügbar ist, um Entscheidungen und Bewertungen in der Sozial- und Versicherungsmedizin zu unterstützen.

Wenn ich von meinem Arbeitsbereich erzähle, bekomme ich oft die gleiche Rückmeldung: „Versicherungsmedizin, das hört sich aber trocken an!“. „Einerseits schon“, lautet dann meine Antwort, „aber dann doch wiederum überhaupt nicht“. Stellen Sie sich doch einmal vor, Sie erleiden einen Unfall und müssen länger in den Krankenstand. Diesen Zustand würde ich Ihnen natürlich nicht wünschen, doch ist das kein unrealistisches Szenario. Oder Sie sind Arzt* und müssen die Arbeitsunfähigkeit eines Patienten ermitteln. Und schon wären wir mitten drin, im Thema der Versicherungsmedizin, welche ein untergeordneter Bereich der Sozialmedizin ist. Also ist sie gar nicht so alltagsfremd, wie sie auf den ersten Blick erscheinen könnte. Weiterlesen

Living systematic reviews – immer am aktuellsten Stand der Forschung

Es ist aufwändig, systematische Reviews auf dem aktuellen Stand der Forschung zu halten. Bisher werden Reviews, wenn überhaupt, nur in bestimmten Zeitabständen aktualisiert. Eine Gruppe von WissenschaftlerInnen hat sich einen neuen Ansatz überlegt, wie Reviews aktuell bleiben können.

Systematische Reviews verlieren mit der Zeit an Aktualität. In Fachgebieten in denen sehr viel Forschung betrieben wird (z.B. Krebsforschung) kann ein Review schnell überholt sein. Für LeserInnen ist es schwierig zu erkennen, wann Reviews zu alt sind, um den Ergebnissen vertrauen zu können. Denn ohne eine Suche in Literaturdatenbanken und anderen Quellen kann man kaum feststellen, ob es neue, relevante Studien gibt, die der Review noch nicht berücksichtigt hat. Und selbst wenn neue Studien gefunden werden, ist es ohne Durchführung einer Meta-Analyse häufig nicht ersichtlich, ob diese neuen Studien die Ergebnisse des bestehenden Reviews verändern. Weiterlesen

„Oh HimL“ – wie schön wären Gesundheitsinformationen in meiner Sprache

Zu Cochranes  Kernaufgaben gehört es, den Zugang zu verlässlichen Gesundheitsinformationen zu erweitern, um informierte Entscheidungen zu ermöglichen und somit zur Verbesserung der Weltgesundheit beizutragen.  Health in my Language (HimL), ein EU gefördertes Projekt, versucht, Sprachbarrieren zu überwinden, damit  Menschen auch leichter verstehen können, was der aktuelle Stand der Forschung ist.

Die meisten wissenschaftlichen Ergebnisse werden auf Englisch publiziert. Das gilt auch für die Bereiche Medizin und Gesundheit.  Auch Cochrane publiziert systematische Reviews ausschließlich auf Englisch. Obwohl Englisch in Europa als Fremdsprache an erster Stelle steht, können sich laut der Eurobarometer-Umfrage nur 32 % aller EU BürgerInnen auf Englisch leicht unterhalten. Dieser Schnitt liegt  in deutschsprachigen EU-Ländern deutlich höher (Deutschland 56 %; Österreich 73 %). Dennoch kann man nicht davon ausgehen, dass auch wissenschaftliche Texte auf Englisch von der Mehrheit verstanden werden. Und was ist mit jenen, die Englisch nicht so gut sprechen und verstehen? Sie sind vom Lesen wissenschaftlicher Texte größtenteils ausgeschlossen. Weiterlesen