Wer hilft wie bei psychischen Gesundheitsproblemen?

Dieser Beitrag wurde von Kai Nitschke, einem deutschen Psychologen, verfasst und bezieht sich auf die Lage in Deutschland.

In Deutschland leidet beinahe jeder* Dritte an einer psychischen Krankheit [1]. Demnach kommt fast jeder im Laufe seines Lebens auf die eine oder andere Art entweder direkt oder indirekt mit psychischen Störungen in Kontakt. Trotz der Allgegenwärtigkeit dieser Störungen herrscht oft Unklarheit über den richtigen Ansprechpartner bei psychischen Problemen.

Den meisten Menschen ist klar, dass sie bei Atemwegserkrankungen einen Hals-Nasen-Ohren-Facharzt oder bei Zahnschmerzen einen Zahnarzt aufsuchen. Bei psychischen Problemen ist für sie der richtige Ansprechpartner nicht ganz so eindeutig. Verschiedene Berufsgruppen wie Psychiater, Psychologen und Psychotherapeuten klingen zwar ähnlich, weisen aber andere Schwerpunkte, Ausbildungshintergründe und Kenntnisse auf. Weiterlesen

Cochrane für Alle: Cochrane Colloquium 2018

Am diesjährigen 25. Cochrane Colloquium in Edinburgh trafen sich Patienten*, Akteure im Gesundheitswesen, Forscher sowie politische Entscheidungsträger zu einer gemeinsamen Tagung. Ihre Vision: einer auf verlässlicher Evidenz basierten Gesundheitsversorgung näher zu kommen. Hier einige Highlights.

Über 1200 Menschen aus aller Welt, die sich für eine bessere globale Gesundheitsversorgung einsetzen, beteiligten sich am diesjährigen Cochrane Colloquium vom 16. bis 18. September 2018 in Edinburgh. Erstmals organisierten Patienten die Konferenz mit. Dies mit dem Ziel, evidenzbasierte Forschung und medizinische Praxis mit den Erfahrungen von Betroffenen zusammenzubringen. Weiterlesen

Unterschätzt: Selbstmord bei Studierenden

Zum Anlass des jährlichen internationalen Suizidpräventionstag am 10.September möchte auch Wissen Was Wirkt das seit jeher tabuisierte und unterschätzte Thema des Selbstmords in den Vordergrund rücken.

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nimmt sich alle 40 Sekunden ein Mensch das Leben. Bei jungen Menschen zwischen 15-29 Jahren ist Selbstmord die zweithäufigste Todesursache. Auch unter Studierenden ist die Prävalenzrate hoch. Ein Cochrane Review von 2014 untersuchte deshalb die Wirkung von Programmen zur Vorbeugung von Selbstmord bei Studierenden. Was kam dabei heraus?

Selbstmord kommt erschreckend häufig vor

Formal versteht man unter Selbstmord eine bewusste, absichtliche Handlung, die das eigene Leben beendet. Weltweit ist bei 1.4 % aller Todesfälle Selbstmord die Ursache, und die Häufigkeit, mit der Menschen zu dieser finalen Handlung greifen, ist auch in Europa erschreckend hoch. So nahmen sich 2015 56.000 Europäer* das Leben, darunter 10.200 Deutsche. In absoluten Zahlen lag Deutschland in dem Jahr an der Spitze, in relativen Zahlen knapp über dem europäischen Durchschnitt mit 12 Selbstmorden pro 100.000 Einwohner. In der Schweiz waren es im selben Jahr 13 und in Österreich 14 pro 100.000 Menschen. In Deutschland rangiert Suizid bei den häufigsten Sterbeursachen an 8. Stelle und ungefähr doppelt so viele Menschen verlieren ihr Leben durch Suizid als durch Verkehrsunfälle. Weiterlesen

Können Ohrentropfen Ohrenschmalz gut entfernen?

Ohrenschmalz betrifft jeden – darüber gesprochen wird eigentlich nie. Im Normalfall verursacht das natürliche Körpersekret ja auch keine Probleme. Unangenehm wird es jedoch, wenn es den Gehörgang verstopft und Schmerzen oder Schwerhörigkeit verursacht. Tropfen und Sprays werden angeboten, um lästiges Ohrenschmalz zu entfernen, doch wie gut wirken diese Produkte?

Zerumen, landläufig Ohrenschmalz genannt, ist ein natürliches Sekret, das von der Ohrenschmalzdrüse abgesondert wird. Alle Säugetiere, so auch der Mensch, produzieren Ohrenschmalz – und das nicht ohne Grund. Das Sekret übernimmt wichtige Aufgaben. Es befeuchtet den Gehörgang, entfernt Schmutz, Staub und abgestorbene Hautpartikel, schützt das Ohr vor Insekten und enthält Stoffe, die gegen Bakterien ankämpfen. Weiterlesen

Herzschwäche: Hilft körperliche Aktivität?

Herzschwäche – auch Herzinsuffizienz genannt – ist ein weltweit zunehmendes gesundheitliches Problem. Sie wirkt sich bei den Betroffenen* unter anderem negativ auf ihre Belastungsfähigkeit, ihre gesundheitsbezogene Lebensqualität und auf die Häufigkeit von Krankenhausaufenthalten aus. Herzschwäche ist auch eine der weltweit häufigsten Todesursachen. Ein Cochrane Review untersuchte, ob Bewegung den betroffenen Menschen helfen kann, die Symptome zu lindern.

Röchelnd und schwer atmend endeten in letzter Zeit immer öfters die sportlichen Aktivitäten einer Freundin. Beim Joggen nahmen ihre Leistungen stetig ab und sie fühlte sich zunehmend schwächer. Sie begründete dies mit dauerhaftem Stress und erschien immer seltener zu unseren gemeinsamen Lauftreffs. Und dies obwohl sie mit 40 Jahren eigentlich recht jung, sportlich und kerngesund schien. Da keine Besserung eintrat, riet ich ihr einen Arzt aufzusuchen. Dieser stellte nach zahlreichen und teils sehr aufwendigen Untersuchungen die Diagnose ‚Herzinsuffizienz’. Weiterlesen