Besser „Durchatmen“ dank Tai-Chi?

Tai-Chi kann Kurzatmigkeit bei Menschen mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) zwar nicht verbessern, ein absolviertes Training trägt jedoch dazu bei, dass längere Gehstrecken bewältigt werden können als ohne das sanfte Bewegungsprogramm.

„Der weiße Kranich“, der seine Flügel ausbreitet oder die „sich schüttelnde Mähne des Wildpferdes“: Insider wissen, was gemeint ist. Tai-Chi, die ursprüngliche chinesische Kampfkunst, hat offenbar viele gute Seiten. So etwa soll sie die Lebensenergie (Qi) fließen lassen und die Ausgeglichenheit fördern. Ein Cochrane-Review, in den 12 Studien einbezogen wurden, ging der Frage nach, ob die traditionelle chinesische Bewegungslehre für Menschen mit COPD Vorteile im Hinblick auf Kurzatmigkeit mit sich bringt.

Was bringt Tai-Chi?

Kurzatmigkeit bereitet COPD-Patienten im Alltag große Probleme. Betroffene schaffen es nur schwer, selbst geringe Gehdistanzen ohne Zwischenstopp zu bewältigen. Das macht vielen auch seelisch zu schaffen. Die langsamen und rhythmischen Bewegungen des Tai-Chi und die Konzentration auf die Atmung und den eigenen Körper könnte sich auch auf die Kurzatmigkeit positiv auswirken, so die bisherige Annahme. In den eingeschlossenen Studien wurde die Wirksamkeit verschiedener Tai-Chi-Übungsprogramme untersucht, die während sechs Wochen bis einem Jahr durchgeführt wurden.

Kein Einfluss auf Kurzatmigkeit

Verglichen wurden die COPD-Patienten in den Tai-Chi-Gruppen mit solchen, die mit anderen Therapien versorgt wurden, wie mit Atemtraining und Gymnastik. Allerdings war die Qualität der Evidenz niedrig bis moderat. Auf das Problem der Kurzatmigkeit, so das Ergebnis, hat Tai-Chi zwar keinen Einfluss. Aber in der Tai-Chi-Gruppe hat sich die Gehdistanz im Zuge der Behandlung um fast 30 Meter im Vergleich zur „normal“ behandelten Gruppe, gesteigert. Auch die Lungenfunktion hat sich bei dieser Gruppe verbessert. Im Hinblick auf die seelische-körperliche Gesundheit ist Tai-Chi den Vergleichstherapien nicht überlegen. Ob die sanfte Bewegung für Muskelaufbau oder für das Gleichgewicht einen Nutzen hat, ist aufgrund der spärlichen Datenlage noch nicht erwiesen.

 

Hier geht’s zum Cochrane Kompakt-Artikel

http://www.cochrane.org/de/CD009953/tai-chi-bei-chronisch-obstruktiver-lungenerkrankung-copd

Original Cochrane-Review zu diesem Blog

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/14651858.CD009953.pub2/abstract;jsessionid=0AD3B9BB17FC99419958D1E90D18E72A.f03t01

 

 

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