‚Räuberzeitschriften‘ und ‚Beuteverlage‘ – Verrohung der Sitten auch in der Publikationswelt?

Gerd Antes, wissenschaftlicher Vorstand der Cochrane Deutschland Stiftung, teilt in diesem kritischen Beitrag sein Wissen und seinen persönlichen Standpunkt bezüglich der Risiken von Open-Access Publikationen.

Seit Donnerstag, 19. Juli 2018, sind die deutschen Medien voll von martialischen Worten, die man im Zusammenhang mit der Publikationswelt wissenschaftlicher Arbeiten nicht erwarten würde. Auslöser ist eine umfangreiche Untersuchung durch den Norddeutschen Rundfunk (NDR), den Westdeutschen Rundfunk (WDR) und die Süddeutsche Zeitung. In dieser wurde die Autorenschaft in Zeitschriften, die seit einigen Jahren als ‚Predatory Journals‘ bezeichnet werden, genauer unter die Lupe genommen. Mit diesem Beitrag möchte ich die Thematik und den Hintergrund, der zur Entstehung von Predatory Journals führte, erörtern.

Der englische Begriff Predatory Journals ist spätestens seit Erstellung der ‚Beall´s List of Predatory Journals‘ ein Begriff für all jene, die der Vertrauenswürdigkeit von wissenschaftlichen Zeitschriften auf den Grund gehen wollen. Die deutschen Begrifflichkeiten folgten erst, als die Problematik auch in Deutschland mehr Wahrnehmung erfuhr. Weiterlesen

Ein großes JA zu Fahrradhelmen

Auch wenn heutzutage eine Auseinandersetzung mit dem Thema Sport meist vor dem Fernseher im Wohnzimmer oder in Biergärten stattfindet, so ist doch die warme Jahreszeit für viele Menschen der zweitbeste Zeitpunkt (unmittelbar nach Neujahr), um selbst ein wenig aktiver zu werden. Und das ist gar keine schlechte Idee. Sportliche Aktivität – beispielweise der Radsport – bringt so einige gesundheitliche Vorteile mit sich. Aber auch Nachteile?

Sport ist Mord: Diesen Satz habe ich mir schon häufig anhören müssen. Da ich als Triathlet viel Zeit mit Ausdauertraining verbringe, wurde ich zum Beispiel schon häufig vor einem „Sportlerherz“ (Vergrößerung des Herzens/Verdickung der Wände durch Training) gewarnt. Auch wurde mir oft die Frage gestellt, ob ich denn keine Angst vor Verletzungen oder Sportunfällen habe. Nein, lautet dann meist meine klare Antwort. Natürlich gibt es immer wieder Berichte, zum Beispiel von Profisportlern*, die an Herzversagen starben, besonders beim Profi-Radsport, oder von dramatischen Stürzen. Doch wird im professionellen Sport oft außerhalb eines Bereichs trainiert, der als gesundheitsförderlich betrachtet werden kann. Das trifft bei mir nicht zu. Weiterlesen

Omega-3-Fettsäuren – doch nicht das angepriesene Herz-Wundermittel

Essen ist die beste und wirksamste Medizin, heißt es oft. Und oftmals lösen neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema Ernährung regelrechte „Gesundheitswellen oder –trends“ in der Bevölkerung aus. Omega-3-Fettsäuren sind zum Beispiel schon länger hoch im Kurs und anscheinend bekannt für ihre positive Wirkung auf Herz und Hirn. Ein aktuell erschienener Cochrane Review stellt diese weitverbreitete Ansicht nun jedoch auf den Kopf.

Das Schöne an Wissenschaft ist, dass sie nichts zementiert, sondern Erkenntnisse immer wieder überprüft, bis sie sich mit ihren Mitteln so nah wie möglich der ‚Wahrheit‘ angenähert hat. Auf diesem Weg werden so manche „Irrtümer“, die vorher als selbstverständlich angenommen wurden, korrigiert. Weiterlesen

Weniger Sitzen im Büro

Bei vielen von uns sieht der Berufsalltag sehr ähnlich aus: Wir sitzen im Büro. Jeden Tag, den ganzen Tag. Das hat sich als ziemlich ungesund herausgestellt. Und auch wenn Meldungen wie „Sitzen ist das neue Rauchen“ die Gefahr übertreiben, mehren sich die Hinweise, dass langes Sitzen die Lebenszeit verkürzt.

Besonders unfair daran ist: Selbst durch regelmäßigen Sport lässt sich diese Risiko nicht beseitigen. Wichtig wäre es also, die tägliche Sitzzeit zu reduzieren. Ein kürzlich aktualisierter Cochrane Review hat untersucht, ob es sinnvolle Maßnahmen gibt, mit denen die im Sitzen verbrachte Arbeitszeit verringert werden kann: Weiterlesen

Gute Gesundheit bedarf guter Entscheidungen

Wer sucht, der findet“ Auf der Suche nach Informationen zu Gesundheitsfragen erhält man viele Treffer. Doch stimmt das, was man findet, überhaupt? Leider oftmals nicht. Deshalb müsste das Sprichwort in diesem Fall eher lauten: „Wer sucht, weiß oft nicht genau, was er findet.

Sicher suchen auch Sie manchmal nach guten Informationen, um Fragen zur Gesundheit entweder für sich selbst oder Ihre Nächsten zu beantworten. Zum Beispiel zur Wirksamkeit eines Medikamentes, einer pflegerischen Maßnahme, einer physiotherapeutischen Behandlung oder einer Lebensstilveränderung? Weiterlesen