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Antibiotika-Resistenz – ein Grund zu Besorgnis für uns Alle!

Dieser Artikel ist der erste und einleitende Teil von drei Beiträgen zum Thema Antibiotika und antibakterielle Resistenzen.

„Es kann niemanden kalt lassen, dass immer mehr Menschen weltweit an Keimen sterben, die gegen Antibiotika resistent sind“, so Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe in einer Pressemitteilung im Februar 2017 zur Bekanntmachung zum Förderschwerpunkt „Antibiotika-Resistenzen und nosokomiale Infektionen“.

Supernova – Foto: NASA

Auch mich lässt es nicht kalt. Ich denke an meine Scharlach-Infektion vor ein paar Jahren. Antibiotika verhalfen mir hier zu einer schnellen Genesung. Scharlach, wie so viele bakterielle Infektionen, kann lebensbedrohliche Folgen haben, aber kann heute dank Antibiotika schnell und erfolgreich behandelt werden. Weiterlesen

Cochrane Reviews informieren 90% der WHO Leitlinien

WHO Leitlinien dienen weltweit als Entscheidungshilfen in der gesundheitlichen Versorgung und tragen damit zu guten gesundheitspolitischen Entscheidungen und optimaler Therapie und mehr Sicherheit im klinischen Alltag bei. In viele dieser Leitlinien fließt Evidenz aus systematischen Reviews von Cochrane ein.

Das Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist „Gesundheit für alle“. Dies hat die WHO in ihrer gleichnamigen Strategie festgehalten und in kleinere, konkrete Schritte eingeteilt. Dazu gehören beispielsweise die Reduktion von verschiedenen Krankheiten, eine gesunde Umwelt oder adäquate Gesundheitsversorgung. Weiterlesen

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Noch ein Scheibchen Wurst

So langsam legt sich die Aufregung um die WHO-IARC*-Meldung, wonach verarbeitete Fleischprodukte Krebs auslösen. Zeit sich zu fragen, was von dieser Diskussion hängen bleiben wird.

Erst noch einmal zu den Fakten: Grundsätzlich hat WHO-IARC nichts Falsches kommuniziert, die Risikosteigerung für Darmkrebs ist wohl gegeben. Wie die Evidenz dazu ausschaut, wird hier auf medizin-transparent.at (http://www.medizin-transparent.at/fleisch) ausführlich dargestellt.

Die Reaktionen auf die Meldung des WHO-IARC reichten vom typischen medialen Alarmismus bis hin zu politischen Absurditäten Weiterlesen

Aus Mangel an Beweisen – was tun mit widersprüchlicher Evidenz?

Widersprüchliche Evidenz begegnet uns in den meisten Forschungsgebieten. Hypothesen werden aufgestellt und wieder verworfen oder durch neue Hypothesen ersetzt. Leider betreffen unterschiedliche oder gegensätzliche Schlussfolgerungen nicht nur Forscher in ihrem Elfenbeinturm, sondern können, im wahrsten Sinne des Wortes, schwerwiegende Konsequenzen für alle haben.

Theorie trifft Praxis

Fast täglich werden Bürger, Patienten, Ernährungsberater, Ärzte und politische Entscheidungsträger mit neuen Studienergebnissen konfrontiert, die für die eine oder andere Richtung sprechen. Heute so, morgen so. Die daraus entstehende Verwirrung kann leicht in Resignation umschlagen. Man weiß nicht mehr, was man glauben soll, oder was richtig ist. Ein Beispiel: Bezüglich der Zuckeraufnahme durch Softdrinks, gibt es (mindestens) zwei Aussagen. Hier die vereinfachte Version: Softdrinks machen dick (Am J Clin Nutr. 2014 Jul;100(1):65-79) und Softdrinks machen nicht dick (BMJ 2013;346:e7492). Weiterlesen

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Von der Schlange gebissen: weltweiter Gegengift-Vorrat geht zur Neige

Manche medizinische Behandlungen sind so offensichtlich wirksam, dass eine wissenschaftliche Überprüfung im Rahmen von randomisierten, kontrollierten Studien nicht sinnvoll erscheint. Es wäre unethisch, einem Teil der Studienteilnehmer die wirksame Therapie in einer klinischen Vergleichsstudie vorzuenthalten. Dazu gehören Gegengifte, die Patienten nach dem Biss einer Giftschlange möglichst schnell verabreicht werden.

In einem im Juni veröffentlichten Cochrane Review konnte entsprechend auch keine randomisierte Studien gefunden werden, die die Wirksamkeit von Gegengiften bei einer der tückischsten Folge von Schlangenbissen untersucht hätte, einem Totalausfall der Blutgerinnung (sogenannte Verbrauchskoagulopathie). Weiterlesen