Pasta, Pizza, Pomodori – mediterrane Kost gut fürs Herz?

Für manchen Liebhaber der italienischen Küche wäre es ein Traum, regelmäßig Spaghetti oder Pizza in Begleitung eines Gläschens Rotweins verzehren zu können. Schließlich soll die mediterrane Küche gut fürs Herz sein. Doch was heißt das genau, und stimmt es auch? Ein Cochrane Review ging dieser Frage nach und untersuchte, ob die mediterrane Kost Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen kann.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie z. B. die koronare Herzkrankheit, sind in Deutschland weit verbreitet und stellen die häufigste Todesursache dar. Weiterlesen

Dunkle Schokoladenhasen zu Ostern

Wenn zu Ostern der Schokoladenkonsum schon explodiert, warum dann nicht mehr über das dunkle Genussmittel erfahren? Tun wir unserer Gesundheit mit Schokoladenkonsum vielleicht sogar etwas Gutes? Die Behauptung, dass dunkle Schokolade in kleinen Dosen gesundheitsfördernd sein kann, ist mittlerweile weit verbreitet. Doch worauf ist diese Aussage eigentlich zurückzuführen? Und was sagt die Evidenz?

In Deutschland werden laut Spiegel Online weit mehr Osterhasen als Weihnachtsmänner produziert und verkauft. Doch Schokolade ist nicht gleich Schokolade. Vor allem dunkle Schokolade scheint in letzter Zeit einen wahren Aufwind erfahren zu haben: „Es soll gesund sein“… doch worauf beruht diese Aussage?

Schokolade, Bluthochdruck und die Kuna-Indianer

In erster Linie liegt es daran, dass dunkle Schokolade und Kakao-Produkte reich an Flavanol sind, einem chemischen Stoff, der den Blutspiegel von Stickstoffmonoxid erhöhen und so Blutgefäße erweitern kann. Flavanol hat in letzter Zeit sehr viel Interesse als mögliche Alternativtherapie bei Bluthochdruck (Hypertonie) geweckt. Bluthochdruck ist bekanntlich einer der größten Risikofaktoren für Herzkreislauf-Erkrankungen. Schon eine geringe Senkung des Blutdrucks kann dieses Risiko deutlich verringern. Eine Senkung von 20 mmHg des systolischen Drucks und 10 mmHG des diastolischen Drucks kann das Risiko zum Beispiel halbieren (mehr zum Thema Blutdruck hier).

Wie das Interesse, den Zusammenhang zwischen Kakaokonsum und Blutdruck tiefer zu erforschen, aufkam, ist durchaus bemerkenswert und verdient einen kurzen Exkurs. Es ist auf die Entdeckung von erstaunlich guten Blutdruckwerten – und das lebenslänglich – einer Gruppe von Ureinwohnern*, die Kuna-Indianer, die auf der San Blas Insel vor Panama, leben, zurückzuführen. Gegenüber dieser Gruppe von Indianern, die noch auf ihrem Ursprungsgebiet leben, haben nämlich diejenigen, die ihr Ursprungsgebiet verlassen haben und zum Festland gezogen sind, wesentlich höhere Blutdruckwerte und leiden auch öfter unter altersbedingtem Bluthochdruck. Die Werte der letzteren Gruppe seien in der Tat vergleichbar mit denen in unserer westlichen Bevölkerung. Ein bedeutsamer Unterschied in den Lebensgewohnheiten, der zwischen den beiden Kuna-Gruppen festgestellt wurde, war die Menge an Kakao-Konsum. Während die Insel-Bewohner 3-4 Tassen Kakao am Tag trinken, konsumieren die Festlandbewohner nur ein Zehntel davon. Andere Faktoren wie Salz-Konsum waren offensichtlich nicht für den Unterschied verantwortlich (alle hier genannten Fakten werden in diesem Cochrane Review erläutert).

Ein SchoCo-chrane Review rund um Ostern

Ein Cochrane Review, der knapp vor einem Jahr veröffentlicht wurde, fasste die Ergebnisse von 35 Studien zur Wirkung von Kakao auf den Blutdruck zusammen. Genauer gesagt wurde die Wirkung auf insgesamt 1804 hauptsächlich gesunde Erwachsene bei einem täglichen Konsum von in 1,4 bis 105 g Kakao-Produkten mit durchschnittlich 670 mg Flavanol für mindestens zwei Wochen bewertet (zur Referenz: die üblichen Tafeln, wie wir sie kennen, enthalten 100 Gramm Schokolade).

Das Fazit? Schokolade kann möglicherweise den Blutdruck leicht senken.

Das Gesamtergebnis des Reviews ergab eine sehr kleine, aber statistisch signifikante Senkung des Blutdrucks (systolisch und diastolisch, um 1,8 mmHg).

Hinzuzufügen ist, dass sieben der 35 Studien von Unternehmen, die ein kommerzielles Interesse an den Ergebnissen hatten, finanziert wurden. In diesen fiel die berichtete Wirkung etwas höher aus, was auf einen möglichen Bias hindeutet.

Die eingeschlossenen Studien waren kurz, meist von einer Dauer zwischen zwei und zwölf Wochen.

Nur wenige Teilnehmer der eingeschlossenen Studien erfuhren Nebenwirkungen. 1 % in der aktiven Interventionsgruppe beklagte sich über Nebenwirkungen wie Verdauungsbeschwerden und Abneigung gegen das Kakao Produkt im Vergleich zu 0,4 % aus der Kontrollgruppe, in der Teilnehmer kein Flavanolprodukt oder ein Produkt mit einer nur ganz geringen Menge an Flavanolen, erhielten.

Detailliertere Informationen zu den Hauptergebnissen des Cochrane Reviews finden Sie in der laienverständlichen Zusammenfassung des Reviews auf Cochrane Kompakt.

Weitere Studien vonnöten…

Die Autoren des Cochrane Reviews legten nahe, dass, um genauer bestätigen zu können, ob der regelmäßige Verzehr von flavanolreichen Kakao-Produkten vorteilhafte Wirkungen auf den Blutdruck und somit auch auf die Herzkreislauf-Gesundheit hat oder nicht, Langzeit-Studien erforderlich sind.

…und was heißt das für den Osterhasen?

Die meisten Oster-Schokoladenhasen bestehen meiner Vermutung nach aus Milchschokolade. Und wie oben schon angedeutet, ist Schokolade nicht gleich Schokolade. Dunkle Schokolade enthält einen weitaus höheren Kakao-Anteil (50 % – 85 %) als Milchschokolade (20% – 30%), die generell auch mehr Zucker enthält. Außerdem beeinflussen die unterschiedlichen Produktionsweisen den Flavanolwert im Kakao und in der Schokolade. Somit hat eine Tafel Schokolade, die 70 % Kakao enthält und von einer bestimmten Firma produziert wurde, nicht unbedingt die gleichen Flavanolwerte oder die gleiche Flavanolzusammensetzung wie die einer anderen Firma. Somit bleibt einzig und allein zu sagen, dass womöglich die alte Faustregel, alles im rechten Maß zu halten, wohl auch beim Osterhasenverzehr erstmals die Beste ist.

Text: Andrea Puhl

*Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für beiderlei Geschlecht

Wenn Muskeln sauer werden: Helfen Antioxidantien gegen Muskelkater?

Teilweise bin ich etwas überfordert, wenn ich die Regale verschiedener Supermärkte passiere. Die Reihen an Döschen mit geheimnisvollem, aber scheinbar sehr gesundem Inhalt werden immer länger und exklusiver. Sogenannte Superfoods wie Acerola-Pulver, Chia-Samen oder Aronia-Beeren-Extrakt werben, reich an Antioxidantien zu sein. Viele Menschen kaufen diese Produkte, um ihrer Gesundheit (vermeintlich) etwas Gutes zu tun oder um einem Muskelkater nach dem Training vorzubeugen. Doch was steckt dahinter?

Zu Antioxidantien werden die Vitamine C, E und Beta-Carotin (Vitamin A) gezählt, aber auch sekundäre Pflanzenstoffe, Mineralien oder Spurenelemente wie Zink oder Selen haben eine antioxidative Wirkung. Egal ob Vitamin, Spurenelement oder Mineral, alle haben sie gemeinsam, dass sie die Zellen des Körpers vor ‚freien Radikalen‘ schützen, indem sie diese frühzeitig an sich binden. ‚Freie Radikale‘ sind instabile Moleküle (Sauerstoffverbindungen), die mit Bestandteilen (Elektronen) unserer Zellen reagieren und diese dadurch schädigen können. Eigentlich entstehen ‚freie Radikale‘ auf natürliche Weise durch biochemische Prozesse im Körper. Aufgrund einer ungesunden Lebensweise (Nikotin, Alkohol, verarbeitete Lebensmittelprodukte) und der Umweltverschmutzung (Autoabgase, Pestizide, Ozonlöcher) wirken ‚freie Radikale‘ vervielfacht von innen wie außen auf die Zellen unseres Körpers und verursachen sogenannten ‚oxidativen Stress‘. Frühzeitige Hautalterung, Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen könnten die Folgen sein, wenn nicht ausreichend Antioxidantien vorhanden sind, um diese ‚freien Radikale‘ abzufangen. Weiterlesen

Hält Knoblauch die Erkältung fern?

Knoblauch soll nicht nur vor Vampiren schützen, sondern auch vor Erkältungen. Als Gewürz und Heilmittel ist Knoblauch schon seit Jahrtausenden im Gebrauch. Eine dem Knoblauch zugeschriebene Eigenschaft soll seine antibakterielle, immunsystem-unterstützende Wirkung sein. Ein Cochrane Review untersuchte die Wirkung von Knoblauch bei Erkältungen.

Die Nutzung von Knoblauch als Arzneimittel lässt sich bis in das 2. Jahrtausend vor Christus zurück verfolgen. In der traditonellen chinesischen Medizin spielt er eine große Rolle und in vielen Kulturen wurden ihm heilsame Kräfte zugeschrieben. Die weiße Knolle genießt in der Naturheilkunde großes Ansehen, die empirischen Untersuchungen zu seiner Wirksamkeit zeigen eher, dass er zwar gut schmeckt, aber seine gesundheitsfördernden Fähigkeiten nicht zu hoch eingeschätzt werden dürfen.* Weiterlesen

Vorbeugung von Diabetes Typ 2 – was wirklich hilft

Weltweit hat sich seit 1980 die Anzahl an Menschen, die an der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) leiden fast vervierfacht. Diese wird insbesondere durch einen ungesunden Lebensstil begünstigt. Eine ausgewogene Ernährung und ausreichende Bewegung können jedoch der Entstehung von Diabetes mellitus vorbeugen oder sie verzögern. Dabei sind kombinierte Ernährungs- und Bewegungsinterventionen deutlich wirksamer als eine ausschliessliche Ernährungsumstellung oder eine alleinige Erhöhung der körperlichen Aktivität. Dies zeigte ein aktualisierter Cochrane Review.

Als Studentin kam ich zum ersten Mal in Kontakt mit dem Thema „Diabetes“ bei der Diabetessprechstunde in einem Krankenhaus in Heidelberg. Hier erfuhr ich, wie schwer es Betroffenen fiel, ihre Ernährungsgewohnheiten umzustellen und sich körperlich mehr zu bewegen – insbesondere wenn sie bereits an Übergewicht oder Adipositas litten. Es gab aber auch Erfolgsgeschichten: mit einem speziell im Krankenhaus angebotenen Bewegungs- und Ernährungs-Programm konnten einige wenige PatientInnen ihren Blutzuckerspiegel wieder in den Normalbereich senken und über einen längeren Zeitraum auch niedrig halten. Weiterlesen