Multiple-Sklerose: eine Krankheit, viele Gesichter, wenig gute Informationen

In diesem ersten Gastbeitrag berichtet unsere freiwillige Übersetzerin Brita Fiess von ihrer Motivation, zum Thema Multiple Sklerose (MS) zu arbeiten. Es folgen zwei weitere Beiträge, einer zu verlaufsmodifizierenden Therapien und ein Zweiter zu Ernährungsinterventionen bei MS.

Lange gehörte Multiple Sklerose (MS) zu den Krankheiten, mit denen ich als medizinische Übersetzerin zwar öfter konfrontiert wurde, die ich aber nicht wirklich einordnen konnte. Meine Motivation, mehr über MS zu lernen und letztendlich zur Übersetzung von laienverständlichen Zusammenfassungen von Cochrane Reviews beizutragen, verstärkte sich, als die Krankheit für mich ein konkretes Gesicht erhielt.

Multiple Sklerose: Fakten & Zahlen

In Deutschland ist MS mit ca. 200.000 Betroffenen eine der häufigsten Erkrankungen des Zentralnervensystems. In der Schweiz gab es im Jahr 2016 zwischen 10.000 und 15.000 Betroffene und in Österreich sind es rund 8.500. Weltweit sind schätzungsweise 2,5 Mio. Menschen erkrankt; Frauen häufiger als Männer. Betroffene Personen erkranken typischerweise im Alter von 20 bis 40 Jahren. Weiterlesen

Qualität bei Gesundheitsinformationen ist möglich

Fragwürdige Gesundheitsinformationen haben im Internet Hochkonjunktur. Objektive Angebote davon zu unterscheiden ist alles andere als leicht. Eine neue App will helfen und bietet ausschließlich Informationen vertrauenswürdiger Anbieter.

Medizinische Laien haben es ziemlich schwer, im Internet gute Gesundheitsinformationen zu finden. Wer etwa mit triefender Nase Dr. Google oder Dr. Bing nach „Schnupfen behandeln“ fragt, wird mit einer langen Liste an Treffern erschlagen. Dabei machen die Suchmaschinen keinen Unterschied zwischen evidenzbasierten Informationen und Seiten, die bloß Werbung enthalten.

Bei manchen der gefundenen Empfehlungen merken Ratsuchende hoffentlich, dass es sich um medizinischen Unsinn handelt: etwa die Ratschläge von heilpraxis.de, für 24 Stunden nichts zu trinken und sich gleichzeitig körperlich zu betätigen, oder aber ein Glas Wasser mit verdünnter Jodtinktur zu trinken.

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Studienregister – für mehr Transparenz bei Studien

Bisher war es ein großes Problem, dass viele durchgeführte Studien nie veröffentlicht wurden. Studienregister sollen Abhilfe schaffen und ein umfassendes Bild über alle geplanten, laufenden und abgeschlossenen Studien liefern. Studienverantwortliche können darin kostenlos eine Kurzbeschreibung und weitere wichtige Eckdaten zu ihren Studien hinterlegen. Das globale Ziel ist, dass wichtige Informationen über alle Studien der Öffentlichkeit transparent zur Verfügung gestellt werden.

Stellen Sie sich vor, Sie leiden an einer Krankheit und werden eingeladen an einer Studie teilzunehmen, die ein neues, vielversprechendes Medikament zur Behandlung Ihrer Erkrankung testet. Es soll untersucht werden, ob das neue Medikament wirksamer ist und weniger Nebenwirkungen verursacht als die Standardtherapie. Weiterlesen

Gute Studien zu Pflege und Therapie trotz knapper Ressourcen

In diesem Beitrag stellt Gastblogger Dr. Sebastian Voigt-Radloff, Mitarbeiter bei Cochrane Deutschland und Koordinator für Forschungskapazitätsbildung im Bereich Pflege, Physio-, Ergo- und Logotherapie, ein neues Modell zur Vorbereitung von Wirksamkeitsstudien vor.

Jeder hat Anspruch auf wirksame Pflege und Therapie. Studien zur Wirksamkeit nichtmedikamentöser Maßnahmen werden jedoch bisher kaum gefördert. Wie kann man dennoch die Forschung in diesem Bereich voranbringen, um die Qualität der Versorgung zu sichern? Praxisbasierte Forschungsnetzwerke bieten eine mögliche Lösung.

In Deutschland arbeitet viermal mehr Gesundheits- und Krankenpflegepersonal (über 1,6 Mio) an Patienten, als ÄrztInnen es tun (ca. 0,4 Mio). Auch andere Gesundheitsfachberufe wie Hebammen, PhysiotherapeutInnen, ErgotherapeutInnen oder LogopädInnen haben einen erheblichen Anteil an der Gesundheitsversorgung (siehe dazu die Tabelle Gesundheitspersonal nach Alter, Beschäftigung und Beruf). Weiterlesen

Vitamin D – Kann das Sonnen-Vitamin helfen Asthmaanfälle zu reduzieren?

Text, außer Vorspann, von Lynda Ware, Senior Fellow in General Practice, Cochrane UK. Originaltext auf Evidently Cochrane.

Als wäre es geplant: Pünktlich zum Welt-Asthma-Tag am heutigen 2. Mai hat Cochrane zuletzt eine Reihe neuer und aktualisierter Reviews zu dieser weit verbreiteten Krankheit veröffentlicht. Was hilft, was hilft nicht? Einer dieser Reviews prüfte, ob Vitamin D dazu beitragen kann, dass Menschen mit Asthma seltener Anfälle erleiden.

In der Tat hat dieser kürzlich veröffentlichte Cochrane Review vertrauenswürdige Evidenz gefunden, die darauf hinweist, dass Vitamin D helfen kann! Weiterlesen