Disseminationsbias – wenn nur die halbe Wahrheit erzählt wird

Bei Fragen zu Medikamenten, Therapien und Interventionen im Bereich Gesundheit interessiert uns häufig nur, welche davon wirklich wirksam sind. Schließlich wollen wir wissen, was wir tun sollten, um unseren Blutdruck zu senken oder wie wir den ersten Sonnenbrand des Jahres lindern können. Jedoch entgehen dem Leser dabei (un-)freiwillig wichtige Informationen, nämlich die über Wirkungslosigkeit oder Gleichwertigkeit.

Was ist Disseminationsbias?

In den Medien wird bevorzugt von Studienergebnissen berichtet, die eine Wirksamkeit belegen – Studienergebnisse, die keinen deutlichen Effekt zeigen machen seltener Schlagzeilen. Auch in der Wissenschaft werden eher „positive“ Studienergebnisse veröffentlicht als „negative“. „Positiv“ heißt hier, dass die Ergebnisse eine Wirkung belegen oder die Hypothesen der Wissenschaftler bestätigen. „Negative“ Ergebnisse hingegen, welche keine Wirksamkeit zeigen oder die Hypothesen der Wissenschaftler nicht belegen, werden häufig – teils bewusst – nicht veröffentlicht. Weiterlesen

Gute Studien zu Pflege und Therapie trotz knapper Ressourcen

In diesem Beitrag stellt Gastblogger Dr. Sebastian Voigt-Radloff, Mitarbeiter bei Cochrane Deutschland und Koordinator für Forschungskapazitätsbildung im Bereich Pflege, Physio-, Ergo- und Logotherapie, ein neues Modell zur Vorbereitung von Wirksamkeitsstudien vor.

Jeder hat Anspruch auf wirksame Pflege und Therapie. Studien zur Wirksamkeit nichtmedikamentöser Maßnahmen werden jedoch bisher kaum gefördert. Wie kann man dennoch die Forschung in diesem Bereich voranbringen, um die Qualität der Versorgung zu sichern? Praxisbasierte Forschungsnetzwerke bieten eine mögliche Lösung.

In Deutschland arbeitet viermal mehr Gesundheits- und Krankenpflegepersonal (über 1,6 Mio) an Patienten, als ÄrztInnen es tun (ca. 0,4 Mio). Auch andere Gesundheitsfachberufe wie Hebammen, PhysiotherapeutInnen, ErgotherapeutInnen oder LogopädInnen haben einen erheblichen Anteil an der Gesundheitsversorgung (siehe dazu die Tabelle Gesundheitspersonal nach Alter, Beschäftigung und Beruf). Weiterlesen

Evidenz verstehen – Denk kritisch!

Im Leben muss man viele Entscheidungen treffen, und dabei ist es wichtig Entscheidungsmöglichkeiten zu haben. Eine Entscheidung in Bezug auf die Gesundheitsversorgung zu treffen, vor Allem wenn es um einen selbst geht, ist eine ernste Sache. Hier will man nichts falsch machen.

Wer sollte Evidenz verstehen?

Wenn Patienten im Wartesaal meiner Klinik sitzen, frage ich mich manchmal, ob ich ihnen nicht verschiedene Beratungsarten anbieten sollte. Wollen sie eher eine traditionelle, paternalistische „der Doktor weiß die Antwort schon“-Beratung, wenn sie zu mir kommen? Eine, in welcher ich ihnen zuhöre und dann eine Behandlungsmethode oder eine Behandlung verordne? Oder wollen sie das genaue Gegenteil: eine Auswahl an Optionen, eine Menge an Informationen aus dem Internet und ein Bündel an schriftlich verfasstem Material, sodass sie nach Hause gehen können und sich all das in Ruhe selbst ansehen und dann selbst entscheiden können?

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Literaturrecherche & Co.: Workshops von Cochrane im deutschsprachigen Raum

Sie wollen Literatur systematisch recherchieren, Reviews erstellen oder Statistik-Programme bedienen? Cochrane Deutschland, Österreich und Schweiz bieten maßgeschneiderte Workshops für Review-Autoren und -Autorinnen und andere Interessierte an.

Die in den Cochrane-Workshops vermittelten Grundlagen befähigen Wissenschaftler dazu, methodisch hochwertige Forschung zu betreiben und Gesundheitsinformationen für Fachpublikum und Öffentlichkeit in der Cochrane Library bereitzustellen. Weiterlesen

Positiv getestet und doch nicht krank? Alles eine Frage der Wahrscheinlichkeit

Röntgen, Abtasten oder Blutuntersuchungen: Es gibt viele Arten von Tests, die dabei helfen, eine Krankheit zu diagnostizieren. Doch diese Tests liefern nicht ohne weiteres ein „Ja“ oder „Nein“ als Antwort. Oftmals muss aus einem Testergebnis erst die Wahrscheinlichkeit errechnet werden, mit der eine bestimmte Person tatsächlich krank ist oder auch nicht.

Diagnostische Tests liefern Hinweise darauf, ob eine Krankheit vorliegt oder nicht. Um ein Testergebnis einordnen zu können, braucht ein Arzt oder eine Ärztin weitere Informationen über die getestete Person und auch über die Eigenschaften des verwendeten Tests. Weiterlesen