Unter diese Rubrik fallen Themen die ganze Gesellschaften betreffen können, wie Epidemien, Trends, usw.

Vorstellungen und Evidenz

Fakt oder Fiktion: wie und warum ich Cochrane Evidenz in der Lehre nutze

Vorstellungen davon, wie die Welt funktioniert, prägen unser Leben. Vorstellungen sind auch unsere Filter, durch die die ständig auf uns einwirkende Wissens- und Informationsflut strömt. Herzhaftes Halb-Wissen und eine verzerrte Wahrnehmung der Fakten sind oft das Resultat. Vor allem im Bereich Gesundheit, so meine Erfahrung, neigen wir dazu, unseren Vorstellungen freien Lauf zu lassen. Wie Cochrane Evidenz mir dazu verhilft, Vorstellungen mit fundiertem Wissen zu verknüpfen, möchte ich in diesem Erfahrungsbericht kurz vorstellen.

In meiner bisherigen Praxiserfahrung als Dozent der Gesundheitspädagogik werde ich oft mit ‚Vorstellungen‘ konfrontiert, also mit individuellen Interpretationen der Welt oder ‚Um‘-welt, deren Wechselwirkungen und Gesetzmäßigkeiten. Natürlich liegt das Augenmerk meiner Arbeit auf Vorstellungen, die gesundheitsrelevanten Verhaltensweisen zu Grunde liegen. Weiterlesen

Ach du dickes Ei: sind hohe Cholesterinwerte schädlich für’s Herz?

Am Wochenende landet traditionell auf vielen Frühstückstischen das morgendliche weiche Ei mit Wurst oder auch das Rührei mit Speck; Lebensmittel, die reich an gesättigten Fettsäuren und Cholesterin sind. Cholesterin ist ein fettähnlicher Stoff, der im Blut vorkommt und einen schlechten Ruf hat. Etwa 57 % der deutschen Männer und 61 % der deutschen Frauen überschreiten den mittlerweile gültigen Grenzwert von 190 mg/dl.

Warum gelten hohe Cholesterin-Werte als schädlich?

Die Cholesterin-Debatte existiert schon seit den 50er Jahren und wurde in Amerika angestoßen. Zwischen 1920 und1955 kam es dort zu einem enormen Anstieg an Todesfällen verursacht durch Herzinfarkte, was Aufsehen erregte. Weiterlesen

Mobbing am Arbeitsplatz

Mobbing am Arbeitsplatz macht vor keiner Branche und Berufsgruppe halt. Das systematisch verletzende Verhalten der Kollegen oder Vorgesetzten kann bei Betroffenen zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen und auch negative Folgen für Arbeitgeber mit sich bringen. Immer häufiger werden von Arbeitgebern Maßnahmen ergriffen, die Mobbing am Arbeitsplatz vorbeugen sollen. Doch wie wirksam sind diese?

Wenn Arbeitskollegen und Vorgesetzte sich über einen lustig machen, böse Gerüchte verbreiten, einen benachteiligen, wie Luft behandeln, beschimpfen oder schikanieren, so können das alles Formen von Mobbing sein.  Weiterlesen

Cochrane Insurance Medicine – ein Cochrane Feld stellt sich vor

Ein Gastbeitrag von Prof. Dr. Regina Kunz, Professorin für Versicherungsmedizin, Universitätsspital Basel, mit Unterstützung von Rebecca Weida, ehemalige Koordinatorin der Cochrane Gruppe Insurance Medicine.

Versicherungsmedizin hört sich nach einem hochspezialisierten Nischengebiet an. Jedoch betrifft sie fast jeden Menschen. Sobald es um Kranken-, Unfall-, Invaliden- und Rentenversicherungen geht, ist die Versicherungsmedizin im Spiel. Das Cochrane Feld Insurance Medicine sorgt dafür, dass mehr hochwertige Evidenz verfügbar ist, um Entscheidungen und Bewertungen in der Sozial- und Versicherungsmedizin zu unterstützen.

Wenn ich von meinem Arbeitsbereich erzähle, bekomme ich oft die gleiche Rückmeldung: „Versicherungsmedizin, das hört sich aber trocken an!“. „Einerseits schon“, lautet dann meine Antwort, „aber dann doch wiederum überhaupt nicht“. Stellen Sie sich doch einmal vor, Sie erleiden einen Unfall und müssen länger in den Krankenstand. Diesen Zustand würde ich Ihnen natürlich nicht wünschen, doch ist das kein unrealistisches Szenario. Oder Sie sind Arzt* und müssen die Arbeitsunfähigkeit eines Patienten ermitteln. Und schon wären wir mitten drin, im Thema der Versicherungsmedizin, welche ein untergeordneter Bereich der Sozialmedizin ist. Also ist sie gar nicht so alltagsfremd, wie sie auf den ersten Blick erscheinen könnte. Weiterlesen

Stillen am Arbeitsplatz – theoretisch möglich. Praktisch auch?

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Müttern, ihre Säuglinge in den ersten 6 Monaten ausschließlich zu stillen. Stillen hat viele Vorteile, sowohl für die Mutter als auch ihr Kind. Doch wie soll das funktionieren, wenn – wie so oft – Mütter heute nach kürzester Zeit wieder zur Arbeit zurückkehren? Ein Cochrane Review widmet sich dieser Frage.

Theoretisch gut…

Viele Mütter kehren kurze Zeit nach der Geburt ihres Kindes wieder zu ihrem Arbeitsplatz zurück. Finanzielle Gründe oder Angst vor Nachteilen in ihrer Karriere spielen bei dieser Entscheidung eine wichtige Rolle. Theoretisch sollte deshalb auch am Arbeitsort das Stillen oder zumindest das Abpumpen der Muttermilch möglich sein. Das wird in verschiedenen Gesetzen und Verordnungen der europäischen Länder geregelt. So wird in den deutschsprachigen Ländern bei einem vollen Arbeitstag beispielsweise bis zu 90 Minuten Stillpause vergütet*. Weiterlesen