Sprechstunde in der Apotheke: ein Versorgungsmodell mit Zukunft?

Der Andrang in den Notfallaufnahmen in Krankenhäusern wird stetig grösser. Mittlerweile ist jedoch jeder zweite Fall, für den eine Notfallaufnahme aufgesucht wird, aus medizinischer Sicht eine Bagatelle. Hierdurch stoßen die Krankenhäuser nicht nur an ihre Kapazitätsgrenzen, sondern dadurch steigen auch die Gesundheitskosten. Um diesem Trend entgegenzuwirken, werden derzeit innovative Modelle ausprobiert, bei denen die Apotheken stärker in die Grundversorgung eingebunden sind.

Viele Gründe führen dazu, dass Patient*innen direkt eine Notfallaufnahme im Krankenhaus statt einer Hausarztpraxis aufsuchen: so sind beispielsweise die Notfallaufnahmen der Krankenhäuser rund um die Uhr geöffnet. Als Patient*in werde ich ohne Voranmeldung untersucht und wenn nötig gleich behandelt. Dagegen muss ich bei der Hausärztin bzw. dem Hausarzt zunächst einen Termin vereinbaren und werde womöglich doch für weitere Abklärungen an einen Spezialisten oder dann doch ins Krankenhaus überwiesen. Weiterlesen

Entblößt: Einheitsverpackungen können den Rauchstopp fördern

Dass Zigarettenpackungen mehr sind als Hilfsmittel für Transport und Lagerung ihres Inhaltes ist einleuchtend. Um das zu verstehen, muss man nicht Marketing studieren, sondern nur „Des Kaisers neue Kleider“ lesen. Ein neuer Cochrane Review hat sich nun der Frage gewidmet, ob Einheitsverpackungen das Raucherverhalten verändern können.

Im Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ von Hans Christian Andersen lässt sich ein Kaiser „ganz besondere“ Stoffe für viel Geld andrehen, die angeblich nur die Menschen, die ihrer würdig sind, sehen können. Weder der Kaiser noch andere sahen die Kleider. Er kaufte und trug sie trotzdem. Jeder spielte bei dem Spiel mit, tat so, als wären die Kleider des Kaisers ganz besonders. Bis ein Kind letztendlich die Farce beim Namen nannte und rief: „Der Kaiser ist ja nackt!“

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Gute Studien zu Pflege und Therapie trotz knapper Ressourcen

In diesem Beitrag stellt Gastblogger Dr. Sebastian Voigt-Radloff, Mitarbeiter bei Cochrane Deutschland und Koordinator für Forschungskapazitätsbildung im Bereich Pflege, Physio-, Ergo- und Logotherapie, ein neues Modell zur Vorbereitung von Wirksamkeitsstudien vor.

Jeder hat Anspruch auf wirksame Pflege und Therapie. Studien zur Wirksamkeit nichtmedikamentöser Maßnahmen werden jedoch bisher kaum gefördert. Wie kann man dennoch die Forschung in diesem Bereich voranbringen, um die Qualität der Versorgung zu sichern? Praxisbasierte Forschungsnetzwerke bieten eine mögliche Lösung.

In Deutschland arbeitet viermal mehr Gesundheits- und Krankenpflegepersonal (über 1,6 Mio) an Patienten, als ÄrztInnen es tun (ca. 0,4 Mio). Auch andere Gesundheitsfachberufe wie Hebammen, PhysiotherapeutInnen, ErgotherapeutInnen oder LogopädInnen haben einen erheblichen Anteil an der Gesundheitsversorgung (siehe dazu die Tabelle Gesundheitspersonal nach Alter, Beschäftigung und Beruf). Weiterlesen

Viel hilft viel! Oder? Zwischen Über- und Unterversorgung

Ein Drittel der Krankenhausaufenthalte in Deutschland sind überflüssig, knapp die Hälfte aller Magenspiegelungen in der Schweiz wäre nicht nötig. Rund die Hälfte der Erkälteten mit viralen Infektionen der oberen Atemwege bekommt in Schweden, Polen und Großbritannien ein Antibiotikum verschrieben obwohl solches nur bei bakteriellen Infektionen hilft.

Zu viele Medikamente, überflüssige Tests oder vermeidbare Krankenhausaufenthalte können PatientInnen sehr belasten Weiterlesen

Gedächtnisstörungen nach einem Schlaganfall: hilft die kognitive Rehabilitation?

Beim Stichwort Schlaganfall denken viele zuerst an Lähmungen. Aber neben den körperlichen Fähigkeiten können auch die kognitiven Fähigkeiten stark beeinträchtigt sein. Ein Cochrane-Review hat untersucht, wie wirksam Maßnahmen zur Rehabilitation des Gedächtnisses nach einem Schlaganfall sind.

Plötzlich bleibt ein Blutgerinnsel irgendwo in einer kleinen Ader des Gehirns stecken und führt zu einer Minderdurchblutung, durch die Gehirnzellen absterben können. Weiterlesen