Living systematic reviews – immer am aktuellsten Stand der Forschung

Es ist aufwändig, systematische Reviews auf dem aktuellen Stand der Forschung zu halten. Bisher werden Reviews, wenn überhaupt, nur in bestimmten Zeitabständen aktualisiert. Eine Gruppe von WissenschaftlerInnen hat sich einen neuen Ansatz überlegt, wie Reviews aktuell bleiben können.

Systematische Reviews verlieren mit der Zeit an Aktualität. In Fachgebieten in denen sehr viel Forschung betrieben wird (z.B. Krebsforschung) kann ein Review schnell überholt sein. Für LeserInnen ist es schwierig zu erkennen, wann Reviews zu alt sind, um den Ergebnissen vertrauen zu können. Denn ohne eine Suche in Literaturdatenbanken und anderen Quellen kann man kaum feststellen, ob es neue, relevante Studien gibt, die der Review noch nicht berücksichtigt hat. Und selbst wenn neue Studien gefunden werden, ist es ohne Durchführung einer Meta-Analyse häufig nicht ersichtlich, ob diese neuen Studien die Ergebnisse des bestehenden Reviews verändern. Weiterlesen

Qualität bei Gesundheitsinformationen ist möglich

Fragwürdige Gesundheitsinformationen haben im Internet Hochkonjunktur. Objektive Angebote davon zu unterscheiden ist alles andere als leicht. Eine neue App will helfen und bietet ausschließlich Informationen vertrauenswürdiger Anbieter.

Medizinische Laien haben es ziemlich schwer, im Internet gute Gesundheitsinformationen zu finden. Wer etwa mit triefender Nase Dr. Google oder Dr. Bing nach „Schnupfen behandeln“ fragt, wird mit einer langen Liste an Treffern erschlagen. Dabei machen die Suchmaschinen keinen Unterschied zwischen evidenzbasierten Informationen und Seiten, die bloß Werbung enthalten.

Bei manchen der gefundenen Empfehlungen merken Ratsuchende hoffentlich, dass es sich um medizinischen Unsinn handelt: etwa die Ratschläge von heilpraxis.de, für 24 Stunden nichts zu trinken und sich gleichzeitig körperlich zu betätigen, oder aber ein Glas Wasser mit verdünnter Jodtinktur zu trinken.

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Studienregister – für mehr Transparenz bei Studien

Bisher war es ein großes Problem, dass viele durchgeführte Studien nie veröffentlicht wurden. Studienregister sollen Abhilfe schaffen und ein umfassendes Bild über alle geplanten, laufenden und abgeschlossenen Studien liefern. Studienverantwortliche können darin kostenlos eine Kurzbeschreibung und weitere wichtige Eckdaten zu ihren Studien hinterlegen. Das globale Ziel ist, dass wichtige Informationen über alle Studien der Öffentlichkeit transparent zur Verfügung gestellt werden.

Stellen Sie sich vor, Sie leiden an einer Krankheit und werden eingeladen an einer Studie teilzunehmen, die ein neues, vielversprechendes Medikament zur Behandlung Ihrer Erkrankung testet. Es soll untersucht werden, ob das neue Medikament wirksamer ist und weniger Nebenwirkungen verursacht als die Standardtherapie. Weiterlesen

Disseminationsbias – wenn nur die halbe Wahrheit erzählt wird

Bei Fragen zu Medikamenten, Therapien und Interventionen im Bereich Gesundheit interessiert uns häufig nur, welche davon wirklich wirksam sind. Schließlich wollen wir wissen, was wir tun sollten, um unseren Blutdruck zu senken oder wie wir den ersten Sonnenbrand des Jahres lindern können. Jedoch entgehen dem Leser dabei (un-)freiwillig wichtige Informationen, nämlich die über Wirkungslosigkeit oder Gleichwertigkeit.

Was ist Disseminationsbias?

In den Medien wird bevorzugt von Studienergebnissen berichtet, die eine Wirksamkeit belegen – Studienergebnisse, die keinen deutlichen Effekt zeigen machen seltener Schlagzeilen. Auch in der Wissenschaft werden eher „positive“ Studienergebnisse veröffentlicht als „negative“. „Positiv“ heißt hier, dass die Ergebnisse eine Wirkung belegen oder die Hypothesen der Wissenschaftler bestätigen. „Negative“ Ergebnisse hingegen, welche keine Wirksamkeit zeigen oder die Hypothesen der Wissenschaftler nicht belegen, werden häufig – teils bewusst – nicht veröffentlicht. Weiterlesen

Von Winston Churchill bis Mad-Eye-Moody: Workshop „Systematische Übersichtsarbeiten“

Ein absurder Titel, so scheint es. Was könnte ein von Cochrane Deutschland angebotener Workshop zur Erstellung systematischer Übersichtsarbeiten in der Medizin und Gesundheitsversorgung mit einem der bekanntesten Politiker des letzten Jahrhunderts und einem Held der Harry Potter Serie zu tun haben? Die Antwort liegt im Fazit.

Kurzweilig, vielfältig und gut strukturiert

Als Neueinsteigerin bei Cochrane nehme ich natürlich an den vor Ort durchgeführten Workshops und Seminaren teil. Vor Ort heißt in meinem Fall in Freiburg. Ende März führten dort leidenschaftlich engagierte MitarbeiterInnen und GastdozentInnen einen Workshop zu systematischen Übersichtsarbeiten (auch systematische Reviews genannt) durch. Die Teilnahme an diesem Workshop, der zweimal jährlich stattfindet, kann ich allen, die sich für die Erstellung systematischer Reviews interessieren, nur empfehlen. Auch kann ich ihn jenen empfehlen, die evidenzbasierte Medizin verstehen und mit einem kritischen Auge begutachten möchten. Warum? Weiterlesen