Cochrane – was steckt dahinter?

Zur Arbeit von Cochrane tragen mittlerweile über 37.000 Menschen aus 130 Ländern bei. Wie organisiert sich ein so großes Netzwerk und wer gibt hier die Richtung an? Seit Jahresbeginn sind Direktoren von Cochrane Deutschland, Cochrane Österreich und Cochrane Schweiz in den internationalen Entscheidungsgremien von Cochrane vertreten. Ein Anlass für uns die Strukturen und das Management des Netzwerks einmal näher vorzustellen.

Cochrane wurde 1993 von Ian Chalmers und einer rund 70-köpfigen Gruppe internationaler WissenschaftlerInnen gegründet. Ihr Ziel war es verlässliche, evidenzbasierte Informationen in Form von systematischen Reviews im Gesundheitswesen zu erstellen. Seitdem ist viel passiert. Inzwischen wirken mehr als 37.000 Menschen bei Cochrane mit. Der Großteil von ihnen sind enthusiastische und engagierte Gesundheitsfachleute, die als AutorInnen von Cochrane Reviews wissenschaftliche Studien zu vorher bestimmten Fragestellungen suchen und zusammenfassen. Diese Reviews sollen ausgewogene und evidenzbasierte Grundlagen für gesundheitsrelevante Entscheidungen schaffen. Fast alle AutorInnen arbeiten unbezahlt an den Reviews – ihre Motivation ist die Versorgungsqualität zu optimieren. Als gemeinnützige und unabhängige Organisation akzeptiert Cochrane keine finanzielle Förderung, die mit Interessenskonflikten behaftet sein könnte.

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Antibiotika bei Kaiserschnitt: besser vorher als hinterher

Im Jahr 2015 kam fast jedes dritte Kind in Deutschland, Österreich und der Schweiz per Kaiserschnitt zur Welt. Doch das Infektionsrisiko beim Kaiserschnitt ist wesentlich höher als bei natürlichen Geburten. Ist der vorbeugende Einsatz von Antibiotika sinnvoll?

Kaiserschnitt – eine Operation mit Risiken

Der Kaiserschnitt (auch Sectio genannt) gilt als Routineoperation: Das Neugeborene wird nicht vaginal geboren, sondern meist nach einem sogenannten Pfannenstiel-Schnitt im Unterbauch der Mutter entbunden. Wie bei jeder Operation besteht immer ein gewisses Risiko einer Infektion. Verglichen mit der vaginalen Geburt, steigt das Risiko einer Infektion für die Mutter bei einer Kaiserschnittentbindung um das Fünffache. In der Tat, stelle eine Kaiserschnittentbindung den stärksten Risikofaktor für Infektionen nach der Geburt dar. Weiterlesen

Kategorie: Kritisch! – Wege, Antibiotika-Resistenzen anzugehen

Die Dringlichkeit, gegen Antibiotika-Resistenzen aktiv zu werden rückt weltweit in den Fokus von Öffentlichkeit, Forschung und Politik. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlichte Ende Februar erstmals eine Liste der 12 gefährlichsten Bakterienstämme/familien. Der Aufruf, dass dringend neue Wege gefunden werden müssen um Antibiotika-Resistenzen entgegenzuwirken, hallt laut und deutlich.

Viele Wege können zum Ziel führen, doch welche kommen an?

Wenn es um die Bekämpfung von Antibiotika-Resistenzen geht, sollte der Weg ein möglichst direkter sein. Einer wäre, auf die Entwicklung neuer Antibiotika zu drängen – ein großes Anliegen der WHO: Weiterlesen

Foto: PracticalCures.com

Antibiotika-Resistenz – ein Grund zu Besorgnis für uns Alle!

Dieser Artikel ist der erste und einleitende Teil von drei Beiträgen zum Thema Antibiotika und antibakterielle Resistenzen.

„Es kann niemanden kalt lassen, dass immer mehr Menschen weltweit an Keimen sterben, die gegen Antibiotika resistent sind“, so Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe in einer Pressemitteilung im Februar 2017 zur Bekanntmachung zum Förderschwerpunkt „Antibiotika-Resistenzen und nosokomiale Infektionen“.

Supernova – Foto: NASA

Auch mich lässt es nicht kalt. Ich denke an meine Scharlach-Infektion vor ein paar Jahren. Antibiotika verhalfen mir hier zu einer schnellen Genesung. Scharlach, wie so viele bakterielle Infektionen, kann lebensbedrohliche Folgen haben, aber kann heute dank Antibiotika schnell und erfolgreich behandelt werden. Weiterlesen

Viel hilft viel! Oder? Zwischen Über- und Unterversorgung

Ein Drittel der Krankenhausaufenthalte in Deutschland sind überflüssig, knapp die Hälfte aller Magenspiegelungen in der Schweiz wäre nicht nötig. Rund die Hälfte der Erkälteten mit viralen Infektionen der oberen Atemwege bekommt in Schweden, Polen und Großbritannien ein Antibiotikum verschrieben obwohl solches nur bei bakteriellen Infektionen hilft.

Zu viele Medikamente, überflüssige Tests oder vermeidbare Krankenhausaufenthalte können PatientInnen sehr belasten Weiterlesen